Ambrosia, oder wenn die Speise der Götter zum Problem wird

Fremde zu Gast bei Freunden. Noch klingt uns dieser schöne Spruch angenehm in den Ohren. Ein wenig überraschend wurde er von einer breiten Öffentlichkeit vorbildlich mit Leben erfüllt.
Ambrosia, die Speise, welche den Göttern der griechischen Antike ihre Unsterblichkeit bescherte, bringt einigen zur Zeit erhebliche Probleme. Während die Götter ein Jahr lang ohne Atem und Stimme ohnmächtig darniederlagen, wenn ihnen der Zugang zur Götterspeise verwehrt wurde, ergeht es manch einem Menschen so, wenn er mit dem Pollen dieses aus Nordamerika „eingewanderten“ Korblütlers in Kontakt gerät. Nicht umsonst nennen die Australier sie auch „Asthma-Pflanze“.
Im Spätsommer, bis in den Oktober hinein, verbreiten die rispenförmigen Blütenstände ihren Pollen.
Die Beifuß-Ambrosie (ambrosia artemi­si­ifolia) gehört zu den invasiven gebietsfremden Arten. Diese Neophyten sind ungebetene Gäste, die durch den Einfluss des Menschen in andere Biotope gelangen. Invasiv sind sie im Sinne des Naturschutzes, wenn sie unerwünschte Auswirkungen auf andere Arten, Lebensgemeinschaften oder Biotope haben.
Die Pollen der Beifuß-Ambrosie gehören zu den stärksten Allergieauslösern. Direkter Körperkontakt mit der Pflanze ist zu vermeiden, da auch ihre feine „Behaarung“ Kontaktallergien auslösen kann. In den Vereinigten Staaten wird sie mit großem finanziellen Aufwand bekämpft.
Größere Populationen sind bisher nur aus Süd- und Ostdeutschland bekannt. Eingebracht wird die Pflanze unter anderem über Futtermittel, wie zum Beispiel Vogelfutter, verunreinigte Pflanzenballen, aber auch Erdematerial, welches im baubereich Anwendung findet. Der glo­baleVerkehr sorgt für eine schnelle Verbreitung. An Straßenrändern, Gliesflächen und Waldwegen können ihre Samen selbst nach vierzig Jahren noch keimen.
Die Gastfreundschaft diesem Fremdling gegenüber sollte sich in Grenzen halten. Schon jetzt verursacht diese noch nicht sehr weit verbreitete Pflanze durch ärztliche Behand­lungs­kosten Schäden in zweistelliger Millionenhöhe.
Meldungen von Standorten werden gerne unter www.ambrosiainfo.de entgegen genommen.

Ralf Salecker

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