Potsdamer Platz Berlin in alten Ansichten

Potsdamer Platz Berlin in alten Ansichten

Kleine Zeitreise zurück in die Hotel-Vergangenheit

Hotel Fürstenhof am Potsdamer Platz (Postkarten-Skan von Hermann Syzygos)

Hotel Fürstenhof am Potsdamer Platz (Postkarten-Skan von Hermann Syzygos)

Grand-Hotel Bellevue am Potsdamer Platz, 1903

Grand-Hotel Bellevue am Potsdamer Platz, 1903

Der zweite Weltkrieg hat das Berliner Stadtbild grundlegend verändert. Bis dahin war der Potsdamer Platz mit seinen unzähligen Straßenbahn- und Omnibuslinien einer der verkehrsreichsten Plätze Europas. Das war einmal, auch wenn der Verkehr heute durchaus beachtlich ist. Solch ein Verkehr bedurfte der Regelung. So ist es nicht verwunderlich, dass hier eine der ersten Lichtzeichenanlagen Europas stand. Damals war dieser Platz ein Herzstück des politischen, sozialen und kulturellen Lebens in Berlin. Daran wird er nur schwer wieder anknüpfen können.

Nicht immer lag der Platz in der Stadt. Noch zu Anfang des 18. Jahrhunderts lag er direkt vor der Stadtmauer am Potsdamer Tor. Als gewaltige fünfarmige Straßenkreuzung wirkte er als Verkehrsverteiler für alle Straßen, die auf das Tor zuliefen.

Blick vom Potsdamer Platz in die Stresemannstraße mit der Ruine des Hotels Fürstenhof (links), 1952 (Quelle: Bundesarchiv, Bild 183-14409-0007 / CC-BY-SA)

Blick vom Potsdamer Platz in die Stresemannstraße mit der Ruine des Hotels Fürstenhof (links), 1952 (Quelle: Bundesarchiv, Bild 183-14409-0007 / CC-BY-SA)

Das Hotel Bellevue am Potsdamer Platz in Berlin wird abgerissen, um einem großen Warenhaus-Neubau Platz zu machen! Unser Bild zeigt den Abriss des bekannten Hotels Bellevue am Potsdamer Platz. September 1928 (Bild: Bundesarchiv, Bild 102-06532 / CC-BY-SA)

Das Hotel Bellevue am Potsdamer Platz in Berlin wird abgerissen, um einem großen Warenhaus-Neubau Platz zu machen! Unser Bild zeigt den Abriss des bekannten Hotels Bellevue am Potsdamer Platz. September 1928 (Bild: Bundesarchiv, Bild 102-06532 / CC-BY-SA)

Große Hotels prägten lange das Bild der großen Kreuzung. Die Nummer 1 unter den Hotels, bis zum Endes des 19. Jahrhunderts war zweifelsohne das Hotel Bellevue, das erste Grandhotel am Platz. Direkt gegenüber lagen das Palasthotel und das Luxushotel Fürstenhof. Heute ist die Stelle, auf der einst das Hotel Bellevue stand, unbebaut. Unmittelbar dahinter steht das am 10. Januar 2004 eingeweihte Beisheim Center.

5. Internationaler Kissenschlacht-Tag am Brandenburger Tor 2012 in Berlin

5. Internationaler Kissenschlacht-Tag am Brandenburger Tor 2012 in Berlin

Beim fedrigen Vergnügen am International Pillow Fight Day flogen friedlich die Fetzen

5. Internationaler Kissenschlacht-Tag am Brandenburger Tor 2012 (Foto: Ralf Salecker)

5. Internationaler Kissenschlacht-Tag am Brandenburger Tor 2012 (Foto: Ralf Salecker)

Wir schreiben Samstag, der 7. April 2012. Etwa 250 bis 300 junge Menschen haben sich gegen 15:00 Uhr vor dem Berliner Brandenburger Tor zum sog. „Pillow Fight Day“ versammelt. Auch wenn die Aktion gerne noch als spontaner Flshmob bezeichnet wird, ist sie längst darüber hinaus gewachsen. Ein paar Tausend hatten ihr Kommen über Facebook angekündigt, doch wie fast immer in solchen Fällen, setzen nur wenige ihre Ankündigung in die Tat um. Hier gilt wohl der olympische Gedanke, dabei sein bei den Zusagern, ist alles.
😉

2008 hat der inzwischen weltweit durchgeführte Internationale Kissenschlachttag seinen Anfang genommen. Inzwischen sind etwa 150 Städte weltweit bei diesem friedlichen Kräftemessen dabei. Manch einer nimmt es als Frustabbau, andere dagegen möchten einfach nur ihren Spaß haben. Den hatten sie alle ganz offensichtlich. Niemand kam bei der großen Kissenschlacht in Berlin zu Schaden. Die Polizei stand am Pariser Platz bereit, falls die Veranstaltung aus dem Ruder laufen sollte. Offensichtlich genossen auch sie das ungewöhnliche Treiben, welches nah etwa einer halben Stunden von ihnen langsam, freundlich aber bestimmt beendet wurde. Am Schluss fegte die Stadtreinigung die Federn zusammen. Der Paltz sah aus, als wenn hier die moderne Version von rau Holle gedreht wurde.

Die Kissenschlacht verlief nach festen Regeln

Unbewaffnete dürfen nicht angegriffen werden. Wer also kein Kissen in der Hand hält ist tabu. Gleiches gilt für Brillenträger und Leute mit einer Kamera. 100-Prozentig hat es nicht funktioniert. Im Regelfall geschah dies aber im Eifer des Gefechtes. Eine Entschuldigung gab´s zum Treffer mit dem Kissen dazu.
Als weitere wichtige Regel gilt das gemeinsame Aufräumen nach der Schlacht. Diese Regel schien den meisten aber nicht bewusst oder egal zu sein. Der Pariser Platz ließ sich aber gut mit den Kehrmaschinen der Berliner Stadtreinung auf Vordermann bringen.
Meist dauert das Vergnügen rund eine halbe Stunde. Danach gibt es auch kaum mehr intakte Kissen.
Eine öffentliche Grünanlage ist für einen solchen Spaß denkbar ungeeignet. Die Unmengen an Federn sind nur sehr schwer zu entfernen, vor allem, wenn sie feucht werden.

Das Motiv dieser Kissenschlacht ist der Kampf um den öffentlichen Raum

Manch einer schüttelt über diese Veranstaltung entrüstet den Kopf. Schließlich entsteht eine Menge „Dreck“, der auf Kosten der Steuerzahler beseitigt werden muss. Auch wenn der Spaß eindeutig im Vordergrund steht, hat der „International Pillow Fight Day“ schon einen tieferen Sinn.
Der schleichende Verlust an öffentlichem Raum wird von vielen als sehr problematisch empfunden. In einer öffentlichen und spektakulären Aktion soll er wieder zurück erobert werden. Ob dieser Umstand den meisten teilnehmern bewusst ist, sei dahin gestellt.
So formulieren es die Initiatoren (Quelle: www.pillowfightday.com/about) folgendermaßen:

One of our goals is to make these unique happenings in public space become a significant part of popular culture, partially replacing passive, non-social consumption experiences like watching television, and consciously celebrating public spaces in our cities as our “urban living rooms.” The result, we hope, will be a global community of participants in a world where people are constantly organizing and attending these happenings in every major city in the world.
This project, Pillow Fight Day 2012, is a collaboration of many people who comprise a loose, decentralized network of urban playground event organizers all over the world.

Ralf Salecker

Nun noch eine kleine Bilder-Galerie der Kissenschlacht am Brandenburger Tor

Rodeln, Schlittenfahren in Berlin

Rodeln, Schlittenfahren in Berlin

Schneevergnügen auf Hügeln und Bergen für Groß und Klein

Es hat geschneit. Nichts wie raus in die weiße Winterlandschaft. Berlin hat ein viele Örtlichkeiten zu bieten, an denen das Rodeln oder Schlitten fahren zum Vergnügen wird. Nun ist Berlin beileibe keine bergige Landschaft. Alles was hier in den Himmel ragt, ist meist künstlicher Natur. Die höchsten Erhebungen entstanden aus dem Trümmerschutt des Krieges. Der „Mont Klamott“ im Volkspark Friedrichshain steht stellvertretend dafür.

Sollten Sie noch weitere Orte kennen, oder Ergänzungen und Anregungen haben, dann würde ich mich über einen entsprechende Hinweis freuen. Ein kleines Bild dazu, wäre noch schöner.

Charlottenburg-Wilmersdorf

  • Teufelsberg: Der Zugang erfolgt über die über die Teufelssee-Chaussee (2. Parkplatz). Rechter Hand liegt der 120 Meter aufragende Berg für das Rodelvergnügen mitten im Wald. Auf der alten Skipiste – hier fanden sogar einmal Meisterschaften statt – kann man je nach Startpunkt 100 bis 400 Meter abwärts düsen. Wer unbedingt muss, kann auch mit dem PKW anreisen; Vom S-Bahnhof Heerstraße aus sind es nur 10 Minuten Fußweg. Bus: X21

Friedrichshain-Kreuzberg

  • Volkspark Friedrichshain Zwei unterschiedliche Bahnen stehen hier zu Auswahl. Eine Bahn auf dem ehemaligen Bunkergelände ist etwa 150 Meter lang. Hier kann man schön in Schwung kommen. Die vielen kleinen Buckel steigern den Nervenkitzel. Es gibt aber auch eine etwas gemütlichere. Tram: 4, 5, 6, 8, 10
  • Viktoriapark, Kreuzberg, Katzbachstraße/Kreuzbergstraße; zu Füßen des Kreuzberges: Mit 100 Metern ist die Bahn nicht besonders lang. Wegen ihres sanften Gefälles eignet sie sich gut für Familien mit Kindern. U-Bahn: U6, U7, Mehringdamm

Lichtenberg (Hohenschönhausen)

Marzahn-Hellersdorf

Mitte (Tiergarten, Wedding)

  • Humboldthain, Weddig: Jeder Berlin denkt hier sofort an den hohen Bunkerberg, oder den etwas versteckten Rosengarten. Im Winter bietet der Park einige sanfte Abhänge für ein entspanntes Rodelvergnügen auf Bahnen die kürzer als 100 Meter sind. Diese Strecke ist in weniger als einer Minute überwunden. Ideal für kleine Kinder.
  • Volkspark Rehberge im Wedding; Afrikanische Straße: Nach einen steilen Start geht es auf der rund 400 Meter langen Bahn am Schluss gemütlicher bergab. U-Bahn: U6 Rehberge
  • Fritz-Schloss-Park; Ein ehemals flacher Exerzierplatz in Moabit wurde durch viel Trümmerschutt aus dem zweiten Weltkrieg zu einem hügeligen Park, in dem sich auf einen sanften 200-Meter-Bahn gut Rodeln lässt. U-Bahn: U 9 Birkenstraße; Bus 123

Neukölln

  • Hasenheide, Rixdorfer Höhe: Die Rixdorfer Höhe ist ein fast 68 Meter hoher Trümmerberg in Berlin-Neukölln. Sie ist eine Erweiterung des Volksparks Hasenheide die von 1948 bis 1953 aus 700.000 Kubikmeter Trümmer aufgeschüttet wurde. Damals konnte man noch weit über die Stadt schauen, nun stören Bäume den Blick. Hier tobt im Winter das Leben, kaum das der erste Schnee die Hänge bedeckt. Alle Bahnen sind recht kurz, was dem Rodelvergnügen aber keinen Abbruch tut. U-Bahn: U7 Hermannplatz

Pankow (Prenzlauer Berg, Weißensee)

  • Volkspark Prenzlauer Berg, Judith-Auer Straße oder Oderbruchstraße: Der Volkspark Prenzlauer Berg entstand aus der früheren Oderbruchkippe . Er ist eine etwa 29 ha große Parkanlage am östlichen Rand des Bezirks Pankow. Hier gibt es mehrere Bahnen zur Auswahl. Von kurzen 100 Meter bis zu langen 600 Metern ist für jeden etwas dabei. Der Startpunkt liegt in luftiger Höhe von 90 Metern. Die Vorsichtigen wählen das sanfte Gefälle, die Mutigen den steileren Abhang. Manchmal ist es ein wenig holperig. S-Bahnhof Landsberger Allee: S 8, 9, 41, 42

Reinickendorf

  • Freizeitpark Lübars, Eingang Quickborner Straße: Schon im Sommer ist hier reger Betrieb. Nichts weist darauf hin, dass es sich bei diesem schönen Park, der in der Zeit von 1975 bis 1993 entstanden ist, einmal um eine Hausmülldeponie handelte, die hier von 1957 bis 1981 betrieben wurde.
    Kern des Parkes ist ein 85,3 Meter hoher künstlicher Hügel. Am 13. Mai 2010 wurde dem Hügel in einer Zeremonie der Name „Lübarser Höhe“ gegeben. Wenn Frau Holle ihre Betten kräftig geschüttelt hat, kann man hier sogar abends seinem Rodelvergnügen fröhnen. Unter Flutlicht geht es auf der Ski- und Rodelpiste 300 Meter lang abwärts. Viele Kleinere Hänge verteilen die Rodelbegeisterten, so dass die Fülle selten unangenehm wird.
    Anfahrt: Von der S- und U-Bahn Wittenau geht es weiter mit dem Bus X 21 bis zur Endhaltestelle Quickborner Straße oder mit dem Bus M 21 bis Treuenbrietzener Ecke Quickborner Straße. Mit der Tram M1 bis Rosenthal und dann zu Fuß etwa 15 Minuten bis  zur Qickborner Straße.

Spandau

  • Staaken: Heerstraße (Ecke Reimerweg), an der Fußgängerbrücke; Bus M37, M49, 149
  • Staaken: Hahneberg; Heerstraße; hier kann man auf einer rund 600 Meter langen – meist flachen – Bahn auch höhere Geschwindigkeiten erreichen; Bus M49, 149
  • Staaken: Ungewitterweg in der Gartenstadt, der Berg am ehemaligen Bunker; Bus 237 Eckener Weg
  • Spektegrünzug; Rodelberg zwischen Borkzeile und Spekteweg; Bus 237 Borkzeile
  • Siemenstadt: Siemenspark (am Volkspark Jungfernheide); Rieppelstraße, Diehlmannstraße, Im Wilhelm -von-Siemens-Park, 13629 Berlin; Der Hang ist recht steil und verläuft in einer leichten Rechtskurve. Nach unten hin wird er dann deutlich breiter, so dass sich hier kaum jemand in die Quere kommt.  U7 Siemensdamm
  • Wilhelmstadt: Südpark; ein winzig kleiner Abhang, der aber gerne von Kindern genutzt wird; Bus 136, 236; M49, 149, X34 (Jaczowstraße)

Steglitz-Zehlendorf

  • Thielpark: Im Grunewald (Onkel-Tom-Straße Ecke Riemeisterweg) gibt es eine rund 150 m lange Rodelstrecke, die rasant beginnt und zum Schluss dann ruhiger wird. U-Bahn: U3 Thielplatz
  • Fischtalpark: Zehlendorf, Onkel-Tom-Straße: Von 50 bis 150 Meter Meter sind in diesem Park die unterschiedlichsten Abfahrten zu finden. Die längste legt sich nach einem Steilen Anfang in eine sanfte Rechtskurve. S-und U-Bahn: U3 Onkel Toms Hütte
  • Fichtenberg, Steglitz: Im Ruth-Andreas-Friedrich-Park erhebt sich ein kleiner 68 Meter hoher Hügel, von dem man einen schönen Blick auf den Botanischen Garten hat. Flache und steile Abhänge bieten für jeden Bedarf die passende Rodelbahn. S- und U-Bahn: Rathaus Steglitz

Tempelhof-Schöneberg

Insulaner: Mit 75 Metern ist der Insulaner für Berliner Verhältnisse schon ein Berg. Gekrönt wird er von der Sternwarte, für die sich, wenn es Schnee gibt,  nicht gar so viele Menschen interessieren. Rechts und links von Bäumen bestanden, bereitet die 300 Meter lange Bahn viel Spaß.

Treptow-Köpenick

Der Rodelberg zwischen Rodelbergweg und Britzer Zweigkanal im Ortsteil  Baumschulenweg ist schon sehr alt. Er wurde zwischen 1923 und 1929 als 12 Meter hoher Hügel angelegt. 60 000 Fuhren Schutt und Müll wurden dafür heran gekarrt.  und bietet mehrere Bahnen, die allesamt aber deutlich kürzer als 50 Meter sind. Von sanft bis steil ist alles vertreten. S-Bahn: Baumschulenweg: 8, 9, 45, 46, 47, 85; Bus: 166, 167, 170, 265

Deutsche Sprache – Schwere Sprache?

Deutsch ins Grundgesetz?

Da gibt es doch Menschen, die wünschen sich die „Deutsche Sprache“ ins Grundgesetz.Wenn ich mir die Gespräche meiner Mitmenschen anhöre(n muss), dann komme ich fast auf den Gedanken, diese Forderung zu unterstützen.  Der Gedanke an eine gesetzliche Festlegung, auch wenn sie „nur“ ein Bekenntnis ist, verlässt mich glücklicherweise ganz schnell wieder.

Sprache ist gesprochene und geschriebene Sprache gleichermaßen. Gerade bei der geschriebenen Sprache könnte man an einen geistigen Ausverkauf denken, wenn man die bunte Sprachvielfalt in deutschen Schaufenstern betrachtet. Bunte Blätter, die sich Zeitung nennen, tragen ihren Teil zu Sprachverwirrung bei. Wenn sich die Bild-Zeitung zum Sprachrohr für eine Petition macht, sollten alle Alarmglocken läuten. Dieses Blatt ist in seinen Wortschöpfungen höchst kreativ. Wird dies zukünftig deutsche Leit-Sprach-Kultur?

Sprache wird immer etwas dynamisches sein, das spiegelt sich auch im Duden wider!

Petition zur „Deutschen Sprache“.

Der Deutsche Bundestag möge beschließen, dass die deutsche Sprache als Landessprache im Grundgesetz festgeschrieben wird.
Der Verein Deutsche Sprache e.V. (VDS) und der Verein für deutsche Kulturbeziehungen im Ausland (VDA) schlagen eine Ergänzung des Artikels 22 des Grundgesetzes um folgenden Satz vor: „Die Sprache der Bundesrepublik ist Deutsch.“

Artikel 22 Grundgesetz in der jetzigen Fassung:
II. Der Bund und die Länder (Art. 20 bis 37)

  • (1) Die Hauptstadt der Bundesrepublik Deutschland ist Berlin. Die Repräsentation des Gesamtstaates in der Hauptstadt ist Aufgabe des Bundes. Das Nähere wird durch Bundesgesetz geregelt.
  • (2) Die Bundesflagge ist schwarz-rot-gold.

Das Ansinnen wird wie folgt begründet:

Der neue Satz im Grundgesetz bildet
a) einen bindenden Auslegungsmaßstab für die gesamte Rechtsordnung,
b) einen möglichen Ausgangspunkt für künftige Gesetzgebung.
Nicht nur die Funktion der deutschen Sprache als das wichtigste Verständigungsmittel würde anerkannt, sondern auch ihre besonderen Aufgaben innerhalb unserer Gemeinschaft – nämlich als Gerüst für bestimmte kulturelle Ausdrucksformen und als ein Grundmerkmal zur Identifikation. Eine Festschreibung der deutschen Sprache drückt aus, dass diese Sprache in Deutschland eine herausgehobene Stellung genießt. Diese Anerkennung kommt vor allem auch jenen Gesellschaftsgruppen zugute, die einen besonderen Bezug zur deutschen Sprache haben, zum Beispiel Schriftstellern, Journalisten und Lehrern. Und sie würde von diesen Gruppen einfordern, ein Stück weit Verantwortung für die Weiterentwicklung des Kulturguts Sprache zu übernehmen. So bekäme die deutsche Sprache mehr Gewicht bei allen politischen Entscheidungen, die sprachliche Angelegenheiten betreffen, z.B. im Bereich der Schul- und Blldungspolitik oder in der Integrationspolitik. Durch die Festschreibung betroffen wäre natürlich nur die Sprache im öffentlichen Raum, nicht die der Privatsphäre. Die Grundgesetzergänzung richtet sich also nicht gegen andere Sprachen oder gegen die Dialekte.
Die Zustimmung für die geforderte Ergänzung des Grundgesetzes ist in der Bevölkerung groß. Bei Umfragen haben sich mehr als zwei Drittel der Befragten für ein solches Bekenntnis ausgesprochen. In der Europäischen Union haben 17 der 27 EU-Staaten ihre Sprachen als Ausdruck ihrer Kultur in den jeweiligen Verfassungen festschreiben lassen.

Nun kann man ganz provokant fragen, was ist ein Bekenntnis wert, was nicht gelebt wird, oder gar gelebt werden kann? Mehr als ein Bekenntnis scheint hier nicht gefordert. Ist alles nur bildlich gemeint? Hat dann ein solches Bekenntnis etwas im Grundgesetz zu suchen?

Was wollen und die Köpfe hinter der Petition in Zukunft unterjubeln? Der Satz „Die Sprache der Bundesrepublik ist Deutsch.“ Der neue Satz im Grundgesetz bildet „einen möglichen Ausgangspunkt für künftige Gesetzgebung“. Welche zukünftige Gesetzgebung? Gibt es dann Strafpunkte in Flensburg, wenn der Berliner „icke“ sagt? Im Wiederholungsfall sind dann 40 Euro zu berappen. Da die Ordnungsämter schon heute die Einhaltung bestehender Verordnungen nicht gewährleisten können – oder wollen – ist ein solcher Ansatz höchst wirklichkeitsfremd.

Bekenntnis nach Wikipedia:

Bekenntnis nennt man die individuelle oder repräsentative offene Äußerung oder das Öffentlichmachen eines den Akteur oder eine Gruppe betreffenden Sachverhaltes, insbesondere als Beteuerung, Coming-out, Emphase, Erklärung, Gelöbnis oder Versprechen.

Deutsche Sprache nach Wikipedia:

Die deutsche Sprache gehört zum westlichen Zweig der germanischen Sprachen und wird vor allem in Deutschland, Österreich, der Deutschschweiz, Liechtenstein, Luxemburg, Ostbelgien, Südtirol, im Elsass und von Minderheiten in weiteren mitteleuropäischen Ländern gesprochen. Zu den Varietäten der deutschen Sprache gehören einerseits die deutsche Standardsprache, die auf der Grundlage hochdeutscher Mundarten entstanden ist und auch als Hochdeutsch, Standarddeutsch, Schriftdeutsch oder als deutsche Literatursprache bezeichnet wird, andererseits eine Vielzahl von Lokaldialekten, die sich in hochdeutsche und niederdeutsche Mundarten aufteilen lassen und von der Standardsprache überdacht werden. Das Deutsche ist die meistgesprochene Muttersprache in der Europäischen Union und wird zu den zehn wichtigsten Sprachen der Welt gezählt.

Definition:

Unter dem Begriff „Deutsche Sprache“ wird heute die auf der Grundlage von mitteldeutschen und oberdeutschen Mundarten entstandene deutsche Standardsprache (Standard-Hochdeutsch) verstanden sowie diejenigen Mundarten des kontinentalwestgermanischen Dialektkontinuums, die ganz oder teilweise von dieser überdacht werden.

Standardisierung:

Die hochdeutsche Rechtschreibung wurde im Laufe des 19. Jahrhunderts zunehmend normiert. Ein Durchbruch zu einer hochdeutschen „Einheitsschreibung“ gelang mit dem Orthographischen Wörterbuch der deutschen Sprache Konrad Duden (1880), das in der Rechtschreibnormierung von 1901 in leicht veränderter Form – ohne amtlichen Status zu erreichen – zur Grundlage der amtlichen Rechtschreibung erklärt wurde.

Einflüsse anderer Sprachen auf die deutsche Sprache

Durch ihre zentrale Lage in Europa wurde die deutsche Sprache über die Jahrhunderte durch andere Sprachen beeinflusst. Im Mittelalter und der Zeit davor war es vor allem die lateinische Sprache, aus der sich die deutsche Sprache bediente. So sind viele alltägliche Wörter, vor allem aus Architektur, Religion und Kriegswesen (z. B. dominieren, Fenster, Karren, Keller, Kloster) aus dem Lateinischen entlehnt. Auch die griechische Sprache hat das Deutsche in Religion, Wissenschaft und Philosophie stark beeinflusst (z. B. Demokratie, Krypta, Philosophie, Physik). Teilweise verschwanden durch die Entlehnungen die zuvor gebräuchlichen Begriffe vollständig: Arzt, Mediziner und das umgangssprachlich verwendete Doktor verdrängten als Bezeichnung für den Heilkundigen beispielsweise schon frühzeitig die Begriffe Laachi (Lachi) und Bader.

Später war es dann vor allem die französische Sprache, die großen Einfluss auf das Deutsche ausübte. Da nach dem Dreißigjährigen Krieg an vielen Höfen Französisch gesprochen wurde und selbst preußische Könige diese Sprache besser beherrschten als Deutsch, das nach Voltaire nur zur Kommunikation mit Soldaten und Pferden gebraucht wurde, kamen vor allem Wörter aus dem vornehmen Bereich in die deutsche Sprache (etwa Boulevard, Konfitüre, Trottoir).

Auch aus den slawischen Sprachen (beispielsweise Grenze, Gurke, Pistole), dem Jiddischen und dem Rotwelschmeschugge, Kaff, Schickse, Schlamassel, Zoff) kamen einige Wörter ins Deutsche, jedoch war der Einfluss dieser Sprachen im Vergleich zu den vorgenannten wesentlich geringer. (beispielsweise

In Handel (Magazin, Tarif, Tara), Botanik (Orange, Kaffee, Ingwer), Medizin (Elixier, Balsam), Mathematik (Algebra, Algorithmus, Ziffer), Chemie (alkalisch, Alkohol) und Astronomie (Almanach, Zenit, Rigel) lassen sich auch einige Einflüsse aus dem Arabischen ausmachen, die verstärkt im Mittelalter beispielsweise durch die Kreuzzüge nach Europa und somit auch nach Deutschland kamen. Aber auch in alltäglichen Begriffen wie Koffer, Benzin oder Limonade lassen sich arabische Einflüsse bzw. Ursprünge nachweisen.

Ab Mitte des 20. Jahrhunderts nahm in Deutschland das Englische zunehmend Einfluss auf die deutsche Sprache (siehe Anglizismen). Diese Entwicklung wird von manchen skeptisch betrachtet, insbesondere dann, wenn es genügend deutsche Synonyme gibt. Kritiker merken auch an, es handle sich oftmals (beispielsweise bei Handy) um Scheinanglizismen.

Eine Sprachpolitik, wie sie unter anderem in Frankreich und Island betrieben wird, um eine Anreicherung der Sprache mit Anglizismen zu unterbinden, findet in Deutschland seit Mitte des 20. Jahrhunderts nicht mehr statt.

Rechtliches

In Deutschland ist Deutsch die gebräuchlichste Sprache. Deutsch ist Amtssprache, wird als Standardsprache in den überregionalen Medien und als Schriftsprache verwendet. Als Sprache des Alltags wird es in vielen Regionen fast ausschließlich gesprochen (oft regional leicht eingefärbt). Der Übergang zu den deutschen Dialekten ist fließend.

In Deutschland ist Deutsch:

  • nach § 23 Verwaltungsverfahrensgesetz (VwVfG) und ebenso
  • nach § 19 Zehntes Buch Sozialgesetzbuch (SGB X) als Amtssprache,
  • nach § 5 Beurkundungsgesetz als Sprache für notarielle Urkunden,
  • nach § 184 Gerichtsverfassungsgesetz als Gerichtssprache festgelegt.

Die Frage, ob unter Deutsch rechtlich ausschließlich die hochdeutsche oder auch die niederdeutsche Sprache subsumiert wird, wird juristisch uneinheitlich beantwortet: Während der BGH in einer Entscheidung zu Gebrauchsmustereinreichung beim Münchener Patentamt in plattdeutscher Sprache das Niederdeutsche einer Fremdsprache gleichstellt („Niederdeutsche (plattdeutsche) Anmeldeunterlagen sind im Sinn des § 4a Abs. 1 Satz 1 GebrMG nicht in deutscher Sprache abgefaßt.“ – BGH-Beschluss vom 19.11.2002 – Az.: X ZB 23/01), ist nach dem Kommentar von Foerster/Friedersen/Rohde zu § 82 a des Landesverwaltungsgesetzes Schleswig-Holstein unter Verweis auf Entscheidungen höherer Gerichte zu § 184 des Gerichtsverfassungsgesetzes seit 1927 (OLG Oldenburg, 10.10.1927 – K 48, HRR 1928,392) unter dem Begriff deutsche Sprache sowohl Hochdeutsch wie auch Niederdeutsch zu verstehen.

Was genau ist also die deutsche „Deutsche Sprache“, die von den Petenten gefordert wird? Diese Frage ist ebenso wenig zu beantworten, wie die oft vorgetragene Forderung nach einer Leitkultur. Solche Diskussionen laufen inhaltlich und emotional schnell aus dem Ruder. Protagonisten unterschiedlichster Couleur Instrumentalisieren eine Diskussion für ihre Ziele, die manchmal durchaus achtenswert sein können.

Sollten die Gedanken aber in eine ganze andere Richtung gehen, die sich von einer Angst vor Überfremdung leiten lassen, dann begeben wir uns in ein sehr problematisches Fahrwasser.

Berlin zum Abreißen – Foto-Kalender über die Hauptstadt

Berlin zum Abreißen – Foto-Kalender über die Hauptstadt

Der Tagesspiegel berichtet über Berlin-Kalender

In Berlin und über Berlin gibt es eine Vielzahl von Foto-Kalendern. Neben den üblichen, ausschließlich für Touristen erstellte Kalender, die sich den großen bekannten Sehenswürdigkeiten widmen, versuchen andere Kalender, die Facetten der Stadt zu zeigen.

Der Tagesspiegel in seiner Ausgabe vom 10. Dezember entdeckt einige Perlen, die sich vom üblichen Einerlei abheben.Dabei durften „Unterwegs in Berlin 2011“ und „Unterwegs in Spandau 2011“ nicht fehlen!

Hier ein Auszug aus dem Tagesspiegel-Artikel zum Thema Berlin-Kalender:

Wer genug von Touristenmotiven hat, kann mit Fotograf Ralf Salecker und Autor Peter Siebke die Bezirke auf der Suche nach deren Kleinoden durchstreifen. Dabei verbinden sie den Kalender mit dem Reiseführer und liefern zu den Motiven interessante Geschichten. In „Unterwegs in Spandau“ etwa zum Schulgelände der Gartenstadt Staaken und der – jenseits Spandaus gelegenen – Sacrower Heilandskirche. „Unterwegs in Berlin“ führt jeden Monat in einen anderen Bezirk, von der Brücke auf die Treptower Insel der Jugend bis zum Tegeler Fließ (11,90 Euro, 30 x 21 cm, www.unterwegs-in-berlin.de).

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