Berlin – Wahl des Bundespräsidenten – 2. Versuch

Ergebnis 2. Wahlgang der Bundesversammlung

In der Bundesversammlung haben 1.239 Delegierte ihre Stimme abgegeben.

  • Gültige Stimmen: 1239 (1241)
  • Ungültige Stimmen: 1 (1)
  • Enthaltungen: 7 (13 Stimmen)
  • Joachim Gauck: 490 (499 Stimmen)
  • Christian Wulff (Kandidat der CDU): 616 (600 Stimmen)
  • Luc Jochimsen (Kandidatin der LINKEN): 123 (126 Stimmen)
  • Frank Rennicke (Kandidat der NPD): 3 (3 Stimmen)

Im 3. Wahlgang ist zur Wahl nur noch die einfache Mehrheit notwendig. Dieser findet etwa gegen 18:00 Uhr statt.

Es bleibt spannend!

Ein paar der vormaligen “Abweichler” bei bei Schwarz-Gelb haben sich jetzt wieder für Wulff entschieden. Eine erhebliche Anzahl mag ihn anscheinend noch immer nicht wählen.

Bleiben die LINKEN bockig und beharren auf ihrer Kandidatin? Diese Frage bekommt jetzt eine besondere Bedeutung. SPD und Grüne machen ihnen die Entscheidung nicht unbedingt leicht. Gerade die Grünen sollten sich noch gut an die Zeiten erinnern, als sie als politische Paria galten. Das Gedächtnis eines Politikers scheint offensichtlich anders zu funktionieren…

Zieht die Kandidaten der LINKEN im möglichen 3. Wahlgang aus strategischen Gründen ihre Kandidatur zurück, um ein Signal für die Wahl von Joachim Gauck zu geben? Das wäre ein deutliches Zeichen, ihre Ressentiments endlich über Bord zu werfen und in der politischen Realität anzukommen – auch, oder gerade weil sie von anderen keinen offensichtliches Entgegenkommen bekommen.

Eine, wenn auch scheinbar vernachlässigenswerte Konstante, ist die ungültige Stimme im Gremium von Wahlmännern und Wahlfrauen. Welch seltsames Demokratieverständnis ist damit verbunden?

Noch unverständlicher ist das Verhalten zweier Wahlleute, die dem 2. Wahlgang fernblieben.

Die Zahl der Enthaltungen hat sich fast halbiert. Hier gilt es aber eine Entscheidung zu treffen, schließlich wird hier nicht irgendein x-beliebiger Vereinsvorsitzende gewählt.

Was geschieht im unwahrscheinlichen Fall eines Unentschieden? Gesetzt den Fall, Wulff und Gauck bekommen beide gleichviel Stimmen. Dann wird solange abgestimmt, bis einer gewinnt.

Die Zusammensetzung der Bundesversammlung ist wie folgt:

  • Gesamt: 1244
  • Bundestag: 622
  • Länder: 622

Die Zahl der Mitglieder der 14. Bundesversammlung im Bundestag und den Ländern

Deutsche
Bevölkerung
Wahl
-leute
CDU/
CSU
SPD GRÜNE FDP LINKE Sonstige
Gesamt 74.695.520 1.244 496 333 129 148 124 14
Bundestag 622 239 146 68 93 76 0
Länder 622 257 187 61 55 48 14
Berechnungsgrundlage: Bevölkerungszahlen des Statistischen Bundesamtes mit Stand vom 30. September 2009, auf deren Grundlage am 2. Juni 2010 auch die amtliche Verteilung der Sitze auf die Länder durch die Bundesregierung erfolgte.
Die rot unterlegten Zellen kennzeichnen Abweichungen von der sich aus der Stärke der einzelnen Fraktionen ergebenden Verteilung nach d’Hondt aufgrund von Zählgemeinschaften oder Besonderheiten bei der Abstimmung im Landtag (abwesende Abgeordnete, abweichendes Stimmverhalten usw.).
Baden-Württemberg 9.482.301 79 40 22 9 8
Bayern 11.344.436 95 47 (−1) 20 10 (+1) 8 FW: 10
Berlin 2.964.555 25 6 9 4 2 4 FL: 0
Brandenburg 2.450.101 20 4 8 1 1 6 FL: 0
Bremen 576.507 5 1 (−1) 2 1 1 (+1) 0 FL: 0
Hamburg 1.533.274 13 7 5 1 0
Hessen 5.389.771 45 18 11 6 8 2
Mecklenburg-Vorp. 1.615.887 13 4 5 1 2 NPD: 1
Niedersachsen 7.406.329 62 29 19 5 5 4 FL: 0
Nordrhein-Westfalen 16.014.095 133 50 49 17 9 8
Rheinland-Pfalz 3.709.058 31 12 16 3
Saarland 938.357 8 3 2 0 1 2
Sachsen 4.058.217 34 14 (−2) 4 (+1) 3 (+1) 3 8 NPD: 2
Sachsen-Anhalt 2.319.518 19 8 5 1 5 FL: 0
Schleswig-Holstein 2.687.247 22 8 6 3 3 1 SSW: 1
Thüringen 2.205.867 18 6 4 1 1 6

Quelle: www.wahlrecht.de

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