Abzockerei bei Berlins “Droschken-Kutschern”?
Der ADAC, der große Lobby-Verein für Deutschlands Individual-Verkehrsteilnehmer hat in zehn deutschen Städten einen Vergleichstest durchgeführt. Berlins Taxifahrer kamen bei diesem Test auf den vorletzten Platz. Grund für diese Abwertung waren gefahrene Umwege, die logischerweise zu einer Fahrpreiserhöhung führten.
Prinzipiell sind alle Taxifahrer gehalten, immer die kürzeste Strecke zu wählen. Doch muss gerade in der Großstadt die Frage erlaubt sein, ob die theoretisch kürzeste Strecke auch die zeitlich und finaziell günstigste Strecke ist. Was nützt es mir, wenn ich auf der vermeindlich kürzeren Strecke im Stau stecke? Der Automat tickert auch im Stillstand weiter, schließlich wird der Preis nicht nach gefahrenen Kilometern bestimmt.
Insgesamt wurden zweihundert Testfahrten unternommen. Dies macht nach Richard Zwerg 20 Testfahrten pro Stadt. Berlin hat rund 7100 Taxies. 18000 Fahrer und Fahrerinnen bewegen diese durch Berlins Straßen.
Der Test erfasst also 0,3 Prozent (aufgerundet) der Fahrzeuge und 0,1 Prozent der Fahrer. Es handelt sich um eine zufällige Auswahl, ohne eine ausreichende Anzahl von Wiederholungen, um das Problem der Ausreißer in den Griff zu bekommen.
Genau so ist das Ergebnis dann auch zu bewerten. Auch wenn jeder einmal schlechte Erfahrungen mit Taxiefahrern gemacht hat, sei es als Fahrgast, oder Verkehrsteilnehmer, wird seine guten und schlechten Erlebnisse berichten können.
Klar, auch ich habe Taxifahrer erlebt, die mich nach dem Weg zum Ziel fragten. Glücklicherweise kannte ich diesen auch. Das sind aber Ausnahmen.
Bei nachvollziebar schlechten Erfahrungen steht es jedem Fahrgast frei, das enstsprechende Taxie bei der Innung zu melden. Das sollte dann auch getan werden.
Eine pauschale Schelte, weil gerade mal wieder eine Fahrpreiserhöhung im Gespräch ist, sollte aber keine Diskussionsgrundlage sein.
