Die Kunde von der alten Geschichte

Wir leben jetzt und müssen nur an heute, oder morgen denken! So mögen viele denken.
Was bringt uns die Auseinandersetzung mit Dingen, die schon längst vergangen sind? Viele, die sich mit der Wissenschaft der Archäologie beschäftigen, müssen sich immer wieder dieser Frage nach dem Nutzen stellen. In Zeiten knapper Gelder ist der „Rechtfertigungsdruck“ umso höher, aber auch die Bereitschaft und der Wille der Beteiligten größer, durch Publikationen, Ausstellungen, Diskussionen und immer besserer musealer Präsentation diese Fragen erfolgreich zu beantworten.
Die Raumfahrt hat uns ja angeblich die Teflon-Pfanne beschert. Ein Märchen, welches noch immer seine Runde macht. Nun, Archäologie bedeutet eben nicht mehr nur die Beschäftigung mit dem klassischen Altertum, den Griechen und Römern, oder Schliemanns Troja. Sie ist nicht mehr nur eine Aneinanderreihung kunsthistorischer Daten. Der Startschuss einer archäologischen Betrachtung beginnt unter Umständen schon in dem Moment, der gerade vergangen ist. All das, was wir tun oder taten, ist inzwischen Teil der Untersuchung. Erst die Verknüpfung möglichst vieler Einzeldaten und damit ein interdisziplinäres Handeln schafft den Mehrwert, nach dem so häufig gefragt wird.
Der Mensch und seine Umwelt sind untrennbar miteinander verbunden. Heute können wir detailliert Auskunft geben über klimatischen Verhältnisse, und die bewusste oder unbewusste Veränderung dieser Umwelt durch den Menschen zu den unterschiedlichsten Zeiten. Nahrungsgewinnung und -gewohnheiten, Lebens-, Arbeits- und Produktionsbedingungen, Wissen und Geisteshaltung sind keine unlösbaren Geheimnisse mehr. Aus den Fehlern der Vergangenheit zu lernen ist heute leichter denn je – dank der Archäologie.

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