Schnelle Verbindung zum Flughafen Schönefeld

Schnelle Verbindung zum Flughafen Schönefeld

Noch ist es eher ein Geheimtipp. Vom S-Bahnhof Südkreuz bis zum Flughafen Schönefeld und zurück gibt es seit dem 15.Dezember 2008 eine schnelle Busverbindung.

„SXF 1“, ein Kind von  Bus-Verkehr-Berlin (BVB) und BEX (gehört der Bahn) fährt in nur 20 Minuten zum Flughafen. Damit ist er etwa doppelt so schnell, wie die S-Bahn. Früh morgens um 5 Uhr startet der erste Bus. Im 20-Minuten-Takt geht es dann bis 23 Uhr.

Leider hat der Service mit dem Schnellbus auch seinen Preis. Sechs Euro kostet das Ticket. Wer mag, darf anschließend auch Busse und Bahnen in Berlin nutzen.

Wer ein Ticket des Verkehrsverbundes (VBB) besitzt, muss 2,50 Euro zuzahlen, um den neuen Service nutzen zu dürfen.

Für Autofahrer gibt es ein besonderes Angebot. Diese können nämlich für 20 Euro ihr Fahrzeug hier stehen lassen. Die Fahrt zum Flughafen und zurück ist im Preis enthalten, ebenso eine bis zu 14 Tage mögliche Parkzeit am Südkreuz.

Es gilt auch als VBB-Fahrschein, so dass man vorher oder nachher auch Bahnen und Busse in der Stadt nutzen kann. Wer bereits einen VBB-Fahrschein hat, zahlt für den Schnellbus nur noch einen Zuschlag zwischen 2,50 Euro und vier Euro. Autofahrer, die ihr Fahrzeug im Parkhaus der Bahn am Südkreuz abstellen, können für 20 Euro zum Flughafen und später zurück zum Bahnhof fahren und ihr Auto in der Zwischenzeit bis zu 14 Tage lang parken. Gefahren wird zwischen 5 und 23 Uhr alle 20 Minuten.

Kinder sind unzumutbarer Lärm

Kinder raus aus unsere Stadt!

Da soll einer noch die Welt verstehen. Gut, Lärm gehört zu den großen Stress-Auslösern überhaupt. Selbst wenn er nicht bewusst wahrgenommen wird, lassen sich mit entsprechenden medizinischen Untersuchungen unmittelbare und mittelbare Auswirkungen auf Körper und Psyche feststellen.

Andererseits gibt es Menschen, die offenbar gern im Lärm leben, sich dort wirklich und wahrhaftig wohlfühlen. Einige der Befürworter des Flughafen Tempelhofs hatten ihren Kleingarten direkt in der Nähe des Flugfeldes. Lärm durch Starts und Landungen wurde eher als Bereicherung denn als Lebensqualitäts-Minderung empfunden.

In Friedenau gibt es aber einen Menschen, der seine Ruhe haben will. In der Odenwaldstraße, etwas abseits der lauten Bundesallee, in einer eigentlich beschaulichen Wohngegegend gibt es – noch – eine Kita. Milchzahn nennt sie sich. 34 Kinder und sechs Erzieherinnen in einer Miet-Ladenwohnung, die zur Kita umfunktioniert wurde. Davon gibt es nicht wenige in der Stadt.

Dazu passt möglicherweise auch das Ergebnis der aktuellen Berlin-Studie der Hertie-Stiftung:

Berlin Süd (u. a. Schöneberg, Tempelhof, Friedenau, Steglitz, südlicher Bezirk Neukölln) ist die bevölkerungsreichste und dem Durchschnittsalter nach die älteste der Lebenswelten. Kleinbürgerlich geprägt, zeigen sich hier bei den Befragungen die wenigsten Auffälligkeiten – hier lebt gleichsam der behagliche Berliner Durchschnitt.

Ein Nachbar fühlte sich durch den naturgemäß entstehenden Lärm gestört – und klagte. Erst stimmte das Amtsgericht dieser Vorstellung zu, dann auch das Landgericht Berlin. Angeblich wäre eine Kita eine Fehlnutzung einer Ladenwohnung, so die Entscheidung des Gerichts.

Nun trifft das Gericht natürlich keine Entscheidung aus dem hohlen Bauch. Eine andere Begründung ist formal durchaus richtig. Schaut man sich die Lärmschutzverordnung an, dann muss der geneigte Leser überrascht feststellen, dass Kinderlärm dem Gewerbelärm gleichgestellt und sogar als schädigender als das Kreischen einer Kreissäge bewertet wird.

Demnach wäre also der Betrieb einer Tischlerei in dieser Ladenwohnung nichts entgegen zu setzen gewesen. Das muss doch sehr sehr nachdenklich machen. Kinder werden zu einer schlimmeren Lärmquelle tituliert, als es sonstiger Verkehrs und Arbeitslärm ist.

Peinlich berührt melden sich jetzt Politiker zu Wort, die sich eine schnelle Änderung des Lärmschutzgesetzes erhoffen. Das macht sich in der Presse immer gut. Es ändert aber nichts am Ist-Zustand. Peinlicher ist vielmehr, dass es eine solche Verordnung überhaupt gibt. Sie ist nicht zufällig vom Himmel gefallen, sondern durchaus eine bewusste Entscheidung denkender und hoffentlich auch fühlender Menschen gewesen.

Verwunderlich ist zusätzlich, dass eine solch unsinnige Verordnung zur Maßgabe von Urteilen genommen wird, wo es doch ein von der UN-Kinderrechtskonvention verbrieftes Recht auf Spiel für Kinder gibt. Möglicherweise ist diese Konvention aber auch das Papier nicht wert, auf dem sie steht. Oder aber, jeder der will, kann sich bei Bedarf darüber hinwegsetzen, weil bürokratisch-juristischen Spitzfindigkeiten immer wieder über gesundem Menschenverstand siegen.

Darf jetzt von jedem zum Hallali auf alle Laden-Kitas geblasen werden?

Abschließend eine weitere Erkenntnis. So, wie es scheint, sind es in Berlin gerade die bürgerlichen Quartiere, in denen sich verstärkter Unmut gegen Kinder regt. Dort sind es immer wieder Neuzugänge, die sich über etwas aufregen, was den Alteingesessenen anscheinend weniger Probleme bereitet.

Mir drängt sich dabei unwillkürlich ein Vergleich auf. Auch in ländlichen Gebieten gibt es immer wieder viel Aufregung wegen ruhestörenden Lärms. Klageführend sind nicht selten Menschen, die frisch aufs Land gezogen sind. Da stört das Krähen eines Hahns auf dem Misthaufen natürlich sehr, oder ein seit langem bestehender landwirtschaftlicher Betrieb, dessen Gerüche als unangenehm empfunden werden; von wegen frische Landluft. Ländliche Idylle muss eine ruhige sein. Totenstille. Schließlich sind auch schöne Postkartenmotive ohne Ton.

Dazu passt, dass in einigen Berliner Bezirken Schließzeiten für Kinderspielplätze und Bolzplätze eingeführt wurden, weil sich Anwohner bei ihren Bezirksämter beschwert haben.

Flughafen Tempelhof

Flughafen Tempelhof

Ein letzter Blick, am letzten Tag

Der Flughafen Tempelhof schließt seine Pforten.

Ein kleines Panorama-Video des Flughafen Tempelhof für den Blick durch die Abfertigungshalle.

Festival of Lights

Festival of Lights

Noch können wir uns gut an den vergangenen Sommer erinnern auch wenn der Herbst schon seinen Höhepunkt erreicht hat. Tagsüber leuchtet das Laub im Licht der Sonne, wenn Petrus nicht ein paar Wolken an den Himmel zaubert.

Gerade weil es jetzt immer früher dunkel wird, die Feuchtigkeit und Kälte uns nicht so seht behagen, freut uns alles, was zumindestens innerlich eine anheimelnde Wärme erzeugt.

Was ist besser dazu geeignet als Licht. Das alleine wäre natürlich viel zu profan. Einfach eine Lampe, einen Scheinwerfer aufstellen kann jeder. Etwas kunstvoll beleuchtet in Scene zu setzen ist dagegen etwas ganz besonderes.

Zum vierten Mal erstrahlen viele Orte und Gebäude Berlins im Lichterschein. Das Festival of Lights lässt vom 14. – 26.10.2008 48 Örtlichkeiten in der Hauptstadt erstrahlen, Spandau ist hier leider nicht aufgelistet.

Von der Scheinheiligkeit eines Energieriesen…

Von der Scheinheiligkeit eines Energieriesen…

„Umweltschutz bleibt Umweltschutz“

Kein Berliner soll der medialen Dauerberieselung entgehen. Aus BEWAG wird nun vom 1.1.2006 an Vattenfall Europa Berlin, so vermelden es Briefe des traditionsreichen ehemaligen Berliner Stromerzeugers BEWAG, deren Wurzeln bis in das Jahr 1884 zurückreichen.
Plakatwände allerorten, sowie Rundfunk und Fernsehen verbreiten diese frohe Werbebotschaft. Ähnliches geschieht in Hamburg. Dort gehen die Hamburger Elektrizitätswerke in Vattenvall Europa Hamburg auf. Der schwedische Konzern dokumentiert so seinen Expansionswillen im Energiemarkt Europas.
Ein Expansionsstreben des drittgrößten Energieerzeugers des Landes (hervorgegangen aus der Fusion der Energieunternehmen BEWAG, HEW, VEAG und LAUBAG) ganz anderer Natur hat den Konzern zu einem der größten Grundbesitzer Deutschlands gemacht.
„Umweltschutz bleibt Umweltschutz“. Wer wie auf dem Fischmarkt um Kunden wirbt, der hat wohl nur das Beste seiner Kundschaft im Sinn – das Geld. Vor einigen Tagen mussten mit den Domains, die letzten durch den Bergbau in der Lausitz enteigneten Bewohner des kleinen Dörfchens Horno weichen. Kurz vor ihrer Haustür stand schon das große Schaufelrad des Kohlebaggers. Jahrelang versuchten Einwohner und Umweltschutzverbände auf die schützenswerten Lakomaer Teiche, einer etwa 200 Jahre alten Kulturlandschaft im Landschaftsschutzgebiet Peitzer Teichlandschaft hinzuweisen.
Mehr als 100 auf der Roten Liste stehenden bedrohte Pflanzen- und Tierarten finden sich hier. Brandenburg hatte erst nach längerem Zögern 2003 und nicht schon im Jahr 2000 das Landschaftsschutzgebiet als europäisches Fauna-Flora-Habitat-Gebiet an die Europäische Kommission gemeldet. Wirtschaftliche Erwägungen ließen das Land hier länger zögern. Fatalerweise könnten aus diesem Grund die Zahlungen aus EU-Strukturfonds in Milliardenhöhe ausgesetzt werden. Doch dies sein nur am Rande bemerkt.
Irgendwann soll in der Umgebung einmal ein riesiger Tagebausee entstehen, obwohl die Versauerung anderer verfüllter oder zu verfüllender Tagebaurestlöcher (die damit mehr oder weniger „biologisch tot“ sind) eine aktuell noch nicht wirklich gelöste Frage ist. Eisen- und Schwefelverbindungen oxidieren und lösen sich im Wasser. In der Folge sinkt der pH-Wert auf Werte zwischen drei und vier. Das Wasser wird sauer wie Essig. Tiere und Pflanzen können hier kaum überleben. Intakte Gewässer weisen Werte von etwa sechs auf.
Mit der globalen Klimaveränderung einhergehend wird die Niederschlagsmenge in Zukunft abnehmen. Probleme, die sich aus der Wasserknappheit ergeben, sind damit vorprogrammiert, denn schon heute fehlt das notwendige Wasser zu Flutung der Löcher, die die Kohle gerissen hat. Der Spreewald hat seinen Wasserreichtum ausschließlich dem Tagebau zu verdanken. Riesige Mengen Wasser aus notwendigen Grundwasserabsenkungen um an die Braunkohle zu gelangen flossen so in Spree und Havel. Sieben Tonnen Wasser und sechs Kubikmeter Abraum für eine Tonne Kohle. Heutzutage soll mit diesem Wasser aber Europas größte künstliche Seenlandschaft, die „Lausitzer Seeplatte“ geschaffen werden.
Bekanntermaßen gehört die Braunkohleverstromung mit zu den abgasintensivsten Wegen der Stromgewinnung. Das mit der Braunkohle betriebene Kraftwerk Jänschwalde, in dem auch die Verbrennung von Müll geplant ist, ist das älteste Kraftwerk in den neuen Bundesländern, dessen Betrieb nur mit einer Ausnahmeregelung möglich ist.
Sein Wirkungsgrad ist äußerst niedrig. Braunkohle ist ferner ein hochsubventionierter Energieträger (Gutachten des Umweltbundesamt: „Braunkohle – ein subventionsfreier Energieträger?“). Die Emissionsmenge an Dioxinen und Quecksilber ist hier etwa 50 bis 500 mal höher als in einer vom Konzern betriebenen Müllverbrennungsanlage in Hamburg. Vattenfall gehört mit 1200 Gramm Kohlendioxid pro Kilowattstunde zu den fünf größten Kohlendioxid-Produzenten Europas. 20 Millionen Tonnen Kohlendioxid aus Jänschwalde machen etwa 4 Prozent der Gesamtdeutschen Emission dieses Treibhausgases aus. Der Konzern Vattenfall ist mitverantwortlich für die enorm hohen und weiter steigenden Kohlendioxid-Emissionen weltweit.
Für die Vattenfall Europa AG ist Naturzerstörung ein lohnendes Geschäft. Gerade die ostdeutschen Braunkohlekraftwerke tragen erheblich zum Konzerngewinn bei. Obwohl die Kosten für die Verstromung der Braunkohle konstant blieben, erhöhte Vattenfall die Strompreise für die Bewag-Kunden Anfang 2005 um etwa 5 Prozent. Anfallende Kosten für die Beseitigung von Umweltschäden durch die Braunkohlegewinnung trägt – wie so oft – der Steuerzahler.
Wenn also „Umweltschutz bleibt Umweltschutz“ schon in Frage zu stellen ist, wie steht es dann um „Arbeitsplatz bleibt Arbeitsplatz“? Ein Schelm, der Böses dabei denkt…

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