5. Internationaler Kissenschlacht-Tag am Brandenburger Tor 2012 in Berlin

5. Internationaler Kissenschlacht-Tag am Brandenburger Tor 2012 in Berlin

Beim fedrigen Vergnügen am International Pillow Fight Day flogen friedlich die Fetzen

5. Internationaler Kissenschlacht-Tag am Brandenburger Tor 2012 (Foto: Ralf Salecker)

5. Internationaler Kissenschlacht-Tag am Brandenburger Tor 2012 (Foto: Ralf Salecker)

Wir schreiben Samstag, der 7. April 2012. Etwa 250 bis 300 junge Menschen haben sich gegen 15:00 Uhr vor dem Berliner Brandenburger Tor zum sog. „Pillow Fight Day“ versammelt. Auch wenn die Aktion gerne noch als spontaner Flshmob bezeichnet wird, ist sie längst darüber hinaus gewachsen. Ein paar Tausend hatten ihr Kommen über Facebook angekündigt, doch wie fast immer in solchen Fällen, setzen nur wenige ihre Ankündigung in die Tat um. Hier gilt wohl der olympische Gedanke, dabei sein bei den Zusagern, ist alles.
😉

2008 hat der inzwischen weltweit durchgeführte Internationale Kissenschlachttag seinen Anfang genommen. Inzwischen sind etwa 150 Städte weltweit bei diesem friedlichen Kräftemessen dabei. Manch einer nimmt es als Frustabbau, andere dagegen möchten einfach nur ihren Spaß haben. Den hatten sie alle ganz offensichtlich. Niemand kam bei der großen Kissenschlacht in Berlin zu Schaden. Die Polizei stand am Pariser Platz bereit, falls die Veranstaltung aus dem Ruder laufen sollte. Offensichtlich genossen auch sie das ungewöhnliche Treiben, welches nah etwa einer halben Stunden von ihnen langsam, freundlich aber bestimmt beendet wurde. Am Schluss fegte die Stadtreinigung die Federn zusammen. Der Paltz sah aus, als wenn hier die moderne Version von rau Holle gedreht wurde.

Die Kissenschlacht verlief nach festen Regeln

Unbewaffnete dürfen nicht angegriffen werden. Wer also kein Kissen in der Hand hält ist tabu. Gleiches gilt für Brillenträger und Leute mit einer Kamera. 100-Prozentig hat es nicht funktioniert. Im Regelfall geschah dies aber im Eifer des Gefechtes. Eine Entschuldigung gab´s zum Treffer mit dem Kissen dazu.
Als weitere wichtige Regel gilt das gemeinsame Aufräumen nach der Schlacht. Diese Regel schien den meisten aber nicht bewusst oder egal zu sein. Der Pariser Platz ließ sich aber gut mit den Kehrmaschinen der Berliner Stadtreinung auf Vordermann bringen.
Meist dauert das Vergnügen rund eine halbe Stunde. Danach gibt es auch kaum mehr intakte Kissen.
Eine öffentliche Grünanlage ist für einen solchen Spaß denkbar ungeeignet. Die Unmengen an Federn sind nur sehr schwer zu entfernen, vor allem, wenn sie feucht werden.

Das Motiv dieser Kissenschlacht ist der Kampf um den öffentlichen Raum

Manch einer schüttelt über diese Veranstaltung entrüstet den Kopf. Schließlich entsteht eine Menge „Dreck“, der auf Kosten der Steuerzahler beseitigt werden muss. Auch wenn der Spaß eindeutig im Vordergrund steht, hat der „International Pillow Fight Day“ schon einen tieferen Sinn.
Der schleichende Verlust an öffentlichem Raum wird von vielen als sehr problematisch empfunden. In einer öffentlichen und spektakulären Aktion soll er wieder zurück erobert werden. Ob dieser Umstand den meisten teilnehmern bewusst ist, sei dahin gestellt.
So formulieren es die Initiatoren (Quelle: www.pillowfightday.com/about) folgendermaßen:

One of our goals is to make these unique happenings in public space become a significant part of popular culture, partially replacing passive, non-social consumption experiences like watching television, and consciously celebrating public spaces in our cities as our “urban living rooms.” The result, we hope, will be a global community of participants in a world where people are constantly organizing and attending these happenings in every major city in the world.
This project, Pillow Fight Day 2012, is a collaboration of many people who comprise a loose, decentralized network of urban playground event organizers all over the world.

Ralf Salecker

Nun noch eine kleine Bilder-Galerie der Kissenschlacht am Brandenburger Tor

Jugendsinfonieorchester Batuta Bogotá im Kant-Gymnasium Spandau

Jugendsinfonieorchester Batuta Bogotá im Kant-Gymnasium Spandau

Die Botschaft von Kolumbien und Klang-Holz e.V. laden ein

Jugendsinfonieorchester Batuta Bogotá im Kant-Gymnasium Spandau

Jugendsinfonieorchester Batuta Bogotá im Kant-Gymnasium Spandau

Am Freitag, den 19. August wird es ein ganz besonderes Konzert im Kant-Gymnasium geben. Die Botschaft von Kolumbien und Klang-Holz e.V. in Zusammenarbeit mit dem Bezirksamt Spandau Berlin laden ein zu einem Konzert des „Jugendsinfonieorchester Batuta Bogotá“ ein. Der Eintritt ist frei. Rund 40 junge Musiker präsentieren u. a. „Symphonische Variationen für Orchester“, ein „Konzert für Violine und Orchester“ sowie „La Noche de los Mayas“

 

 

 

 Jugendsinfonieorchester Batuta Bogotá

  • Freitag, 19. August 2011, 19:00 Uhr
  • Kant-Gymnasium, Spandau
  • Bismarckstr. 54
  • 13585 Berlin
  • Eintritt frei
  • BVG
    • U-Bahn Altstadt Spandau, dann ca. 500 Meter Fußweg
    • M45 bis Moritzstraße und dann ca. 500 Meter Fußweg
    • 137 oder M37: Flankenschanze

BATUTA-Vorstellungsvideo

Jugendsinfonieorchester Batuta Bogotá

Wie kam es zu diesem Konzert?

"Klang-Hölzer" musizieren auf selbstgebauten Instrumenten: Violine, Gitarre, Harfe, Spandauer Handtrommel, Zitadellen-Cister, und Chrotta
„Klang-Hölzer“ musizieren auf selbstgebauten Instrumenten: Violine, Gitarre, Harfe, Spandauer Handtrommel, Zitadellen-Cister, und Chrotta

2004 hörte Norbert Dobisch, der Gründer des „Klang-Holz e. V.“ zum ersten Mal vom Projekt „Musik für das Zusammenleben“. In Kolumbien hat die dortige Regierung ein Projekt initiiert, welches Straßenkindern, oder solchen, die ihre Eltern verloren haben, eine Perspektive für die Zukunft bieten soll.

Die Stiftung BATUTA (span.: Dirigent) verfolgt die Idee, über die Gründung von Orchestern den Kindern einen Zugang zur Musik zu ermöglichen. Einerseits erlernen sie dort ein Musikinstrument, auf der anderen Seite erleben sie so ein vorher kaum gekanntes Gefühl der Gemeinschaft.

Botschafterin Kolumbiens, Frau Dr. Victoriana Mejía-Marulanda
Botschafterin Kolumbiens, Frau Dr. Victoriana Mejía-Marulanda

Allgemein gültig ist heutzutage die Erkenntnis, das eigenes, aktives Musizieren die allgemeine Intelligenz und Lernfähigkeit, die soziale Kompetenz, die Konzentration, das Selbstbewusstsein und die Toleranz gegenüber anderen Menschen positiv beeinflusst.

Ein paar Jahre später, am 3.4.2008, konnte der Verein Klang-Holz e. V. der Botschafterin Kolumbiens, Frau Dr. Victoriana Mejía-Marulanda, 22 Musikinstrumente (Geigen, Gitarren, Celli und 1 Kontrabass) für das Projekt der kolumbianische Stiftung Batuta übergeben.

Der Spandauer Bildungsstadtrat Gerhard Hanke und die Leiterin des Kunstamtes Spandaus Frau Andrea Theissen ließen es sich damals nicht nehmen, an dieser Veranstaltung teilzunehmen. 10 Kinder wurden vom Stadtrat zu einem Aufenthalt nach Spandau eingeladen, um die Bedeutung der Musik, als Mittel der Völkerverständigung, zu unterstreichen.

Kulturstadtrat Spandaus, Gerhard Hanke
Kulturstadtrat Spandaus, Gerhard Hanke

Nun kamen nicht nur 10 Kinder, sondern ein ganzes Orchester, welches auf Europa-Tournee auch in Spandau Station macht.

Das „Jugendsinfonieorchester Batuta Bogotá“

Das Jugendsinfonieorchester Batuta Bogotá setzt sich aus Musikern verschiedener Musikakademien und -schulen aus Kolumbiens Hauptstadt Bogotá zusammen. Unterstützt wird es von der kolumbianischen Nationalstiftung für Jugend und Kinderorchester. Aus den unterschiedlichsten sozialen Gruppen werden die 80 besten Nachwuchstalente ausgewählt, damit sie mit herausragenden Musikern und Dirigenten zusammenarbeiten können. Für manch einen Musiker dient dies als Start in eine professionelle Musikerkarriere.

 „Batuta Bogotá“ beim „Young Euro Classic“-Festival

Einen Tag vorher, am 18. August spielen das Orchester beim Festival der besten Jugendorchester in Berlin, diesmal mit Schwerpunkt Nord- und Südamerika. Das Konzert von „Batuta Bogotá“ beim „Young Euro Classic“-Festival beginnt um 20:00 Uhr im Konzerthaus Berlin am Gendarmenmarkt (10117 Berlin). Karten sind für 15 Euro erhältlich.

 

Konzert-Programm

  • Luis Fernando Franco – Ramón el Camaleón, Symphonische Variationen für Orchester (2003), DEA
  • Aram Chatschaturjan – Konzert für Violine und Orchester (1940)
  • Silvestre Revueltas – La Noche de los Mayas (1939)

Konzerthaus Berlin am Gendarmenmarkt

  • 10117 Berlin
  • 18. August 2011
  • 20:00 Uhr
  • Eintritt 15,- Euro

Süßer die Glocken nie klingen – Gema-Freie Weihnachtslieder

Wie (Musik-)Piraten Weihnachten retten – oder so ähnlich …

Jetzt ist wieder die Zeit angebrochen, in der allüberall Weihnachtslieder gesungen werden. Der Verein Musikpiraten e. V. hat in einer Aktion Lieder für die Weihnachts- und Adventszeit gesammelt und zusammengestellt, die frei kopiert und bearbeitet werden dürfen. Sie unterliegen der sog.  „Creativ-Commons-Lizenz“.

Frau Holle scheint den Titel vernommen zu haben. Weihnachtlieder ohne Kosten. Unbeschwertes Singen in Kindergärten – ohne die Gefahr, sich strafbar zu machen.

Wem haben wir dies zu verdanken? Nein, diesmal nicht den Schweizern. Piraten, genauer gesagt Musikpiraten haben es mit einer Aktion ermöglicht, unbeschwert, d. h. kostenfreien und im erlaubten gesetzlichen Rahmen, Weihnachtslieder singen zu dürfen. Der Musikpiraten e.V. hat als Zweck die Förderung freier Kultur mit Schwerpunkt Musik als künstlerischem Ausdrucksmittel. Der Verein ist aus der Hessischen Piratenpartei hervorgegangen, hat sich durch seine Gründung aber bewusst unabhängig von der Partei gemacht.

Christian Hufgard zu den Hintergründen:

„Viele interessante Aktionen können wir nur deshalb nicht unterstützen, weil eine direkte Zusammenarbeit mit Parteien abgelehnt wird. Mit dem Musikpiraten e.V. ist die Unabhängigkeit von Parteien nun gegeben und wir können endlich überall aktiv mitarbeiten.“

Sie werden jetzt fragend die Stirn runzeln, ob dieser Ausführungen. Was will der Schreiberling damit sagen? Nun, Musik ist nicht wirklich ein freies Gut. Die Nutzung von Musik ist u. U. mit Auflagen verbunden? Auch Weihnachtslieder sind nicht einfach frei nutzbare Werke, die jedermann kopieren und verwenden kann. Ein Notensatz, auch von freier Musik, ist erst einmal 70 Jahre nach dem Tod des Urheber geschützt, wenn dieser nicht explizit freigegeben wird.  Die Musikverwertungsgesellschaft Gema, als Institution, wacht über die Einhaltung der Regeln und treibt die entsprechende Gebühren ein.

Kopien von Noten dürfen nicht ohne die Einwilligung der Rechteinhaber angefertigt werden. Kopien kosten Geld, viel Geld.  Wenn also ein Kindergarten fröhlich seine alljährlichen Weihnachtslieder singen möchte, dann kassiert die Gema im Auftrag der Verwertungsgesellschaft Musikedition für die Lizenz 500 Kopien von Noten erstellen zu dürfen 56 Euro. Das ist viel Geld für einen Kindergarten, oder eine Kindertagesstätte.

Kaum jemand wird sich möglicherweise bewusst gewesen sein, dass er zwar uraltes Liedgut nutzt, dieses aber trotzdem durch Verwertungsrechte geschützt ist. Die Regel wird bisher gewesen sein, die Noten einfach zu kopieren. Frei nach dem Motto, wo kein Kläger ist, wird auch kein Geld zu zahlen sein … Formal wurde hier Raubkopien angefertigt – ein Straftatbestand.

Der Verein Musikpiraten hat dem nun ein Ende gemacht. Er startete einen Aufruf, um den Notensatz und die Liedtexte für deutschsprachige Advents- und Weihnachtszeit zu erhalten, die entweder der Creative Commons Lizenz (CC-BY bzw. CC-BY-SA) unterliegen, oder sogar als gemeinfrei (diese Werke sind nicht urheberrechtlich geschützt) freigegeben sind.. Waren Anfangs nur 12 Lieder in einer Sammlung geplant, sind es nun 30 geworden, die frei von jedermann kopiert werden dürfen.

„Bildungseinrichtungen sollen sich so auf ihren vorrangigen Zweck, das Vermitteln von Bildung, konzentrieren können, statt sich um Lizenzproblematiken zu kümmern. Denn niemand kommt auf die Idee, dass es strafbar sein könnte, Kopien der Noten von Jahrhunderte altem Liedgut anzufertigen. Vor allem, da auch Abgaben für die Kopiergeräte gezahlt werden. Und trotzdem müssen die Kopien in den meisten Fällen nochmal explizit bei der GEMA bezahlt werden.
Unser Ziel war es, ein kleines Notenbuch mit Liedern für die Vorweihnachtszeit zusammenzustellen, das jeder legal und kostenfrei kopieren und verteilen darf. Ich möchte
mich bei all denen bedanken, die uns hierbei geholfen haben.“

Christian Hufgard, 1. Vorsitzender des Musikpiraten e.V. (und Pressesprecher der hessischen Piratenpartei)


Die Noten der Lieder stehen in unterschiedlichen Datenformaten zu Verfügung (PDF, OpenOffice-Textdokument (freies Office-Paket), LilyPond-Format (freies Notensatzprogramm; als Zip-Archiv), PNG-Datei)

  1. Adeste fidelis – Herbei o ihr Gläubigen
  2. Alle Jahre wieder
  3. Am Weihnachtsbaume die Lichter brennen
  4. Der Christbaum ist der schönste Baum
  5. Der Heiland ist geboren
  6. Es ist ein Ros entsprungen
  7. Es ist ein Ros entsprungen (einstimmig)
  8. Es kommt ein Schiff geladen
  9. Es wird schon glei dumpa
  10. Fröhliche Weihnacht überall
  11. Ich lag und schlief, da träumte mir
  12. Ihr Kinderlein kommet
  13. Kommet, ihr Hirten
  14. Jingle Bells
  15. Joseph, lieber Joseph mein
  16. Kling, Glöckchen, klingelingeling
  17. Lasst uns froh und munter sein
  18. Leise rieselt der Schnee
  19. Macht hoch die Tür
  20. Morgen, Kinder, wird’s was geben
  21. Morgen kommt der Weihnachtsmann
  22. Oh du fröhliche
  23. Oh Tannenbaum
  24. Schneeflöckchen
  25. Stille Nacht, heilige Nacht
  26. Still, still, still
  27. Süßer die Glocken nie klingen
  28. Tochter Zion, freue dich
  29. Vom Himmel hoch, da komm ich her
  30. We Wish You A Merry Christmas

Internetadresse der Musikpiraten: Musikpiraten e. V.

Das Projekt von Sebastian Nerz  www.kinder-wollen-singen.de stellt ebenfalls Kinderlieder in einem bearbeitbaren Format unter einer freien Lizenz zur Verfügung.

Irische Lieder und Legenden mit Hilary O’Neill in der Zitadelle Spandau

Irische Lieder und Legenden mit Hilary O’Neill in der Zitadelle Spandau

Keltische Harfe und Gesang

Wieder einmal ist die beliebte Sängerin und Harfenistin in Spandau. In ihrem Konzert in der Instrumentenwerkstatt Klang-Holz e. V. präsentiert sie Lieder ihrer neuen Show.
Mit Charme und Eleganz spricht sie die Liebhaber traditioneller irischer Musik sowie die Genießer klassischer Musik gleichermaßen an. Hilary singt in englisch und gälisch und erzählt die begleitenden Geschichten auf deutsch.

  • 30. Oktober 2010
  • Beginn: 19 Uhr
  • in den Räumen des Klang-Holz e.V.
  • auf der Zitadelle Spandau im Haus 4
  • Am Juliusturm 64
  • 13599 Berlin
  • Vorbestellung: 030 – 35406220
  • Eintritt – Abendkasse: 15 Euro/12 Euro
  • U-Bahn: Zitadelle Spandau oder Altstadt Spandau
Hilary O´Neill

Mit Harfe, Liedern und Geschichten lädt Hilary ihr Publikum zu einer außergewöhnlichen musikalischen Reise in das Land der Feen, Kobolde, Zwerge, Riesen und jahrhundertealter Legenden ein. Mal fröhlich, mal melancholisch. Ihre Lieder sprechen von neuer und vergangener Liebe, vom Verlassen der geliebten Heimat und dem Wunsch, eines Tages dorthin zurückzukehren. Frecher Witz und lustige Geschichten von gestern und heute sowie einmalige Schlummerlieder runden das Programm ab. Hilarys glasklarer und ausdrucksvoller Mezzosopran sowie ihr einzigartiger Humor und Charme bringt diese reiche keltische Kultur zu neuem Leben.

Die alten Weisen werden mit Hilarys reichhaltigem und gleichzeitig fein nuanciertem Ausdruck bereichert und dieses Konzert verspricht zu einem einzigartigen Erlebnis zu werden, das einem die Gänsehaut über den Rücken läuft. Ihre Musik überschreitet jede Sprachbarriere und spricht das Herz und die Sinne an.

Ihr Publikum sowie die Presse haben Hilarys Konzerte in ihr Herz geschlossen und sind voller Lob. Ob sie in einem ehrwürdigen Schloss, einer jahrhundertalter Kirche oder einem Theater auftritt, sie zieht ihr Publikum in den Bann und kreiert eine Atmosphäre von innerer Wärme und Wohlgefühl.
Weitere Informationen und mehrere Pressebilder finden Sie auf der Internetseite:  www.hilaryoneill.com

Hilary O´Neill Hilary O´Neill Hilary O´Neill

Kritiken

  • Irischer Charme, feinsinniger Humor, exzellenter Gesang und ebensolches Harfenspiel sind die Markenzeichen von Hilary O’Neill – THÜRINGER ALLGEMEINE
  • „Sie entführt ihre Zuhörer mit klarer Mezzo-Sopran-Stimme in eine Welt voller Magie, Mondschein und Sehnsucht.“ – BAYERWALD ECHO
  • „Eine dynamische Ausreizung bis zum Pianissimo ließ knisternde Spannung aufkommen.“ – HANNOVER ZEITUNG
  • „Das Publikum folgte der Sängerin gern und fand sich unvermittelt wieder in einer Welt voller Mythen und Magie.“ – LANDSHUT ZEITUNG
  • „Mit dieser ausgezeichneten Darbietung und dem ausgewogenen Programm hat sich Hilary O’Neill direkt in die Herzen der Zuhörer gespielt.“ – LANDSBERG TAGESZEITUNG

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Beispiele bei YouTube

Hilary O’Neill: „QUIET LAND OF ERIN“

Hilary O’Neill:  Johnny I hardly knew ye

Hilaray O’Neill: Early In The Morning

Hilaray O’Neill:  She moved thru‘ the Fair

pig ment – Letzte Ausstellung im Zentralvieh- und Schlachthof

pig ment – Letzte Ausstellung im Zentralvieh- und Schlachthof

Künstler laden zu einer letzten Begehung des alten Schlachthofs ein

Gerade noch sind/waren die Hallen vom Berliner Kunstsalon (bis zum 10.10.) belegt, der im Rahmen des Berliner Kunstherbstes seine Pforten in diesen Räumlichkeiten öffnete.

Nun ruft die Ausstellung pig ment zum letzten Akt.

Der Ort

Der alte Schlachthofkomplex im Prenzlauer Berg ist mittlerweile fast vollständig in eine Wohngegend umgewandelt. An der Landsberger Allee stehen nur noch drei Gebäude in der ursprünglichen Konstellation. Eines davon ist die ehemalige Verkaufshalle für ausländische Schweine.

Dieser Raum, einst Teil einer der größten und modernsten Fleischversorgungsanlagen Europas, ist fast vollständig dem Verfall preisgegeben. Graffiti und Spuren der Verwitterung prägen seine Erscheinung. Im kommenden Jahr wird das Gebäude saniert und Teil eines Kongresszentrums werden.

Mit der Ausstellung pig ment wird die spektakuläre Halle zum letzten Mal in ihrer Ursprünglichkeit zu sehen sein. Als Freiraum für künstlerische Arbeit bietet sie Anlass und Ort einer vom Galerie- und Messebetrieb unabhängigen Gruppenausstellung.

Die Kunst

pig ment thematisiert Veränderungsprozesse anhand des Schlachthofgebäudes. Der Ausstellungstitel weist von der früheren Nutzung zur Kunst. Pigment steht für die künstlerische Sichtbarmachung schlechthin.

Die Arbeiten treten auf verschiedene Arten mit der Halle in Interaktion. So werden Elemente des Raums inszeniert, Veränderungsprozesse werden initiiert oder dokumentiert. Ergebnis ist ein vielschichtiger Dialog zwischen Raum und Kunstwerken, die zum Teil ortsspezifisch entstehen, oder ihm als Fremdkörper begegnen.

Zu sehen sind Zeichnung, Malerei, Plastik, Fotografie, Video und Installationen.

Die Künstler

  • Nadya Dittmar
  • Kito Kengo
  • Keiko Kimoto
  • Mareike Lee
  • Jan Molzberger
  • Sabrina Muller
  • Felix Meyer
  • Gabriel Rossell-Santillán
  • Sarah Schönfeld
  • Kei Takemura
  • Jakob Zoche

studierten unter anderem bei:

  • Lothar Baumgarten
  • Rebecca Horn
  • und Katharina Sieverding

Sie sind in Berlin ansässig und Teil einer neuen Generation von experimentierfreudigen Künstlern die seit einigen Jahren in Berlin aktiv ist.

Termine

  • Vernissage: Fr, 22.10. 19-23 Uhr mit Performances von Kei Takemura und Antonio Paucar
  • Finissage: So, 31.10. 16-19 Uhr

Adresse

  • in der andel’s a.station, der ehemaligen Auktionshalle für Schweinefleisch des Berliner Zentralviehhofs
  • Landsberger Allee 104
  • 10249 Berlin
  • neben dem S-Bahnhof Storkower Straße

Internet

  • www.pig-ment.net

Die Innenaufnahme der Halle (Kopfbild) kann als 360-Grad-Panoramaposter im Format 30 x 88 cm bestellt werden.


Rinderstall, Zentralvieh- und Schlachthof, Prenzlauer Berg, Berlin

Rinderstall, Zentralvieh- und Schlachthof, Prenzlauer Berg, Berlin; Urheber: Stern

Zentralviehhof Berlin - Skizzen zur Rindermarkthalle

Karte des Städtischen Centralvieh- und Schlachthofs in Berlin. Die historische Bebauung (Zustand 1881-1945, teilweise bis 1990) ist in schwarz über der aktuellen Bebauung 2009 dargestellt. Urheber: Maximilian Dörrbecker (Chumwa)

Karte des Städtischen Zentralvieh- und Schlachthofs in Berlin

Zentralviehhof Berlin – Skizzen zur Rindermarkthalle; veröffentlicht in: Der Centralvieh- und Schlachthof zu Berlin, Berlin 1885; Autoren: Hermann Blankenstein / August Lindemann

Nachfolgend ein Ausschnitt aus Wikipedia zu den Vieh- und Schlachthöfen:

Zentralvieh- und Schlachthof

Der Zentralvieh- und Schlachthof war der zentrale städtische Vieh- und Schlachthof in Berlin und lag zunächst im Dreieck Thaerstraße–Eldenaer Straße–Ringbahn. Später wurde er nach Nordwesten zwischen Ringbahn und Hausburgstraße bis über die Landsberger Allee hinaus erweitert. Der heutige S-Bahnhof Storkower Straße hieß bis Mitte der 1970er-Jahre Zentralviehhof. Nach dem Bau des Neubaugebietes am Fennpfuhl, für das dieser S-Bahnhof ein wichtiger Einstiegspunkt war, erfolgte die Umbenennung.

Der Zentralvieh- und Schlachthof lag im Berliner Bezirk Prenzlauer Berg unmittelbar an der Grenze zu Friedrichshain und Lichtenberg. Zum Bezirk Prenzlauer Berg gehörte er seit dem Jahre 1938, als die Grenzen der Berliner Bezirke korrigiert wurden. Davor gehörte er seit der Bildung Groß-Berlins im Jahre 1920 zum Bezirk Friedrichshain.

Überlegungen zum Bau eines städtischen Vieh- und Schlachthofes

Rudolf Virchow schlug bereits 1864 in der Stadtverordnetenversammlung vor, ein von der Stadt Berlin betriebenes, öffentliches Schlachthaus einzurichten, um für die immer weiter wachsende Berliner Bevölkerung eine bessere Qualität in der Fleischversorgung zu gewährleisten. Eine Kommission empfahl 1866, dass ein Schlachthaus zusammen mit einem Viehmarkt auf dem gleichen Gelände errichtet werden sollte, da durch die Kombination für die Viehhändler Kostenvorteile entstehen würden und die Kontrollen in den Ställen und Schlachthäusern vereinfacht werden könnten. Man schlug ein Grundstück in Moabit nahe der Beusselstraße vor, doch die Mehrheit der Stadtverordneten lehnte das Projekt ab.

Am 18. März 1868 erließ die preußische Regierung aufgrund der Missstände im Schlachtgewerbe und der weiten Verbreitung der Trichinose das Gesetz über die „Errichtung öffentlicher, ausschließlich zu benutzender Schlachthäuser“, das sogenannte Schlachtzwanggesetz, das den Bau von kommunalen Schlachthäusern fördern und das anschließende Verbot privater Schlachtereien erlauben sollte. Auch Berlin hatte nun die gesetzliche Aufgabe, ein öffentliches Schlachthaus zu errichten und dort hygienische Kontrollen durchzuführen.

Dass der städtische Vieh- und Schlachthof jedoch erst 13 Jahre später eröffnet wurde, lag an längeren Auseinandersetzungen in der Stadtverordnetenversammlung, hauptsächlich wegen der Kosten und des Lobbyismus von Seiten der Berliner Schlächterinnung. Etwa 800 private Schlachthäuser gab es 1875 in Berlin und Umland. Viele davon schlachteten das Vieh unter sehr schlechten hygienischen Bedingungen und das Fleisch wurde bei den wenigsten kontrolliert. Die Schlächterinnung argumentierte damit, dass die Mehrzahl der Schlachtereien in gutem Zustand seien und man nur die unvorschriftsmäßigen zu schließen bräuchte. Außerdem seien die Straßen Berlins durch den Bau der Kanalisation bereits viel sauberer.

Virchow war 1874, als die Diskussionen um den Bau eines öffentlichen Schlachthofes erneut aufflammten, auch wieder ein starker Befürworter dieses Plans. Der Berliner Magistrat verhandelte mit der Berliner Viehmarkt-Aktiengesellschaft um den Ankauf des Viehmarktes an der Brunnenstraße. Die Mehrheit der Stadtverordneten lehnte 1876 den Kauf aber ab, da die Kosten für die notwendigen Um- und Ausbauarbeiten auf dem Gelände inklusive des Kaufpreises als zu hoch angesehen wurden und das Gebiet wegen des Wachstums der Stadt bereits zu nahe am Stadtzentrum lag. Man wollte lieber ein noch unbebautes Gelände für einen Neubau erwerben. Dafür wurden zwei Areale ins Auge gefasst: das eine in Rummelsburg mit Anschluss an Wasserwege und das andere auf der Feldmark Lichtenberg zwischen Eldenaer Straße und Ringbahn. Nachdem man sich für das zweitgenannte Grundstück entschieden hatte, machte man der Viehmarkt-Aktiengesellschaft ein Gegenangebot in Höhe von acht Millionen Mark, das jedoch nicht angenommen wurde.

Entstehung und Ausbau – Die Anfänge von 1876 bis 1900

So erwarb am 28. Oktober 1876 der Magistrat das 38,62 Hektar große Gebiet auf der Feldmark Lichtenberg für 657.210 Mark, um darauf den Central-Vieh- und Schlachthof zu errichten. Auf der Basis Virchow’scher Hygienevorstellungen und nach Entwürfen von Stadtbaurat Hermann Blankenstein begannen am 26. November 1877 die Bauarbeiten. Am 30. März 1878 wurde das Gelände zur Stadt Berlin eingemeindet, da ansonsten das Schlachtzwanggesetz nicht hätte angewandt werden können. Die Eröffnung fand am 1. März 1881 statt, obwohl noch nicht alle Gebäude fertiggestellt waren. Dies war erst im April 1883 der Fall.

Das Gelände gliederte sich grob in zwei Teile. Im westlichen Teil befanden sich der Schlachthof mit den Anlagen zur Verwertung des Schlachtgutes sowie seiner Koppelprodukte wie eine Kaldaunenwäsche, eine Darmschleimerei, eine Talgschmelze sowie eine zur Lederfabrik gehörende Häute-Salzerei und -trocknerei, eine blutverarbeitende Albuminfabrik sowie ein separater Gleisanschluss. Der Viehhof war durch eine Mauer vom Schlachthof getrennt und dort befanden sich die vier großen Verkaufshallen, zahlreiche Ställe, die beiden Verwaltungsgebäude und das Börsengebäude, welches 1945 im Krieg zerstört wurde. Im Osten gab es noch unbebautes Gelände, das Platz für spätere Erweiterungen ließ. Ganz im Osten lag der Seuchenhof, auf dem verdächtige Tiere gehalten wurden.

Nördlich schloss sich bis zu den Gleisen der Ringbahn der Entladebahnhof zum Entladen des Viehs an. Die Gesamtlänge der Gleisanlagen betrug 15,5 Kilometer und an den fünf Viehrampen konnten fünf Züge von je 400 Meter Länge gleichzeitig entladen werden. In einer Desinfektionsanstalt auf dem Entladebahnhof wurden bis zu 50 Waggons die Stunde nach dem Entladen gereinigt. Ein Haltepunkt der Ringbahn wurde am 4. Mai 1881 eingeweiht. Die Ringbahn kreuzt hier auf zwei Stahlbrücken die Fernbahngleise.

126.347 Rinder, 392.895 Schweine, 111.937 Kälber und 650.060 Hammel wurden im ersten Geschäftsjahr verarbeitet. Erster Verwaltungsdirektor war bis 1901 der Königliche Ökonomierat Otto Hausburg. Ihm zu Ehren wurde 1902 die angrenzende Hausburgstraße benannt.

Aufgrund des gestiegenen Bedarfs entschloss man sich 1889, das Gelände zu erweitern, und kaufte ein nordwestlich gelegenes 10,9 Hektar großes Gebiet zwischen Thaerstraße und heutiger Landsberger Allee für 1,5 Millionen Mark. Von 1895 bis zum 5. Januar 1898 wurde der Neue Schlachthof unter Federführung des Baumeisters August Lindemann mit Schlachthäusern, Ställen, Verwaltungsgebäuden und Kühlhäusern bebaut. Unter der Thaerstraße wurden zwei Unterführungen zur Verbindung der beiden Gelände angelegt, damit die Tiere von den Ställen zu den Schlachthäusern getrieben werden konnten.

Weitere Entwicklung ab 1914

Von 1914 bis 1923 stagnierte die Entwicklung des Zentralvieh- und Schlachthofes aufgrund der kriegsbedingten Inflation. Während dieser Zeit leerstehende Hallen wurden von Privatleuten und Behörden als Lagerhallen genutzt. Ab 1924 begann ein neuer Aufschwung des Vieh- und Schlachtbetriebes, der 1925 durch die Eröffnung einer neuen Fleischgroßmarkthalle auf der gegenüberliegenden Seite der Landsberger Allee und der Verlagerung des Handels aus der Zentralmarkthalle am Alexanderplatz hierher weiter gestützt wurde. Im Zuge dessen wurde die Fremdnutzung der Hallen beendet und diese wurden nun wieder ausschließlich für den Vieh- und Schlachtbetrieb genutzt.

1929 errichtete Richard Ermisch ein neues großes Kühlhaus und 1930 wurde die Rinderauktionshalle um 5000 m² erweitert. In den Folgejahren wurden die Gebäude auf dem Gelände ständig modernisiert. So wurde unter anderem die Außenmauer mit Klinkersteinmauerwerk erneuert. Von 1937 bis 1940 entstand quer über den Viehhof eine etwa 420 Meter lange überdachte und verglaste Fußgängerbrücke, die in einer Höhe von etwa sechs Metern von der Eldenaer Straße zum damaligen S-Bahnhof Zentral-Viehhof führte.

Im Zweiten Weltkrieg entstanden schwere Schäden durch Bombenangriffe erst gegen Ende des Krieges im Jahre 1945, während vorher der Betrieb aufrecht erhalten wurde. 80 Prozent der Gebäude auf dem Alten Schlachthof wurden während des Krieges zerstört, aber die Instandsetzungsarbeiten setzen nach Kriegsende ein, um den normalen Schlachtbetrieb wieder aufnehmen zu können. Direkt nach dem Zweiten Weltkrieg richtete die Rote Armee auf dem Viehhof das sogenannte Kriegsbeutelager 1 ein. Unter anderem lagerten hier bis zum 14. August 1946 die am Ende des Krieges im Neuen Palais in Potsdam-Sanssouci zum Schutz vor Zerstörung eingelagerten Bleiglasfenster der Frankfurter Marienkirche.[1] Freiflächen auf dem Gelände wurden auch zur Zwischenlagerung von Trümmerschutt genutzt.

Während der Zeit der DDR avancierte der Zentralvieh- und Schlachthof zum führenden Betrieb der fleischverarbeitenden Industrie Ost-Berlins. 1958 wurde der Zentralvieh- und Schlachthof in einen Volkseigenen Betrieb (VEB) umgewandelt und dieser dann 1963 in das VEB Fleischkombinat Berlin eingegliedert. In zehn Betriebsteilen wurden bis zu 2700 Arbeiter beschäftigt. Man konzentrierte den Betrieb in dieser Zeit hauptsächlich auf dem Gelände des Neuen Schlachthofs zwischen Thaerstraße und Landsberger Allee. Dort war der Schlachthof auch am deutlichsten für Unbeteiligte wahrnehmbar, sowohl durch einen Werksverkauf an der Landsberger Allee als auch durch die Schlachtgeräusche der Schweine. Insbesondere an heißen Sommertagen kam es zu Geruchsbelästigungen der Anwohner. Das Gelände des Alten Schlacht- und Viehhofs wurde nach und nach an andere Staatsbetriebe übertragen.

Nachwendezeit

Nach der Wende wurden die Kombinate zunächst privatisiert und ihr Betrieb 1991 schließlich ganz eingestellt. Die Aufgaben wurden vom gerade erweiterten Fleischgroßmarkt im Großmarkt an der Beusselstraße in Berlin-Moabit übernommen. Das Gelände war daraufhin einige Jahre lang eine Industriebrache.

Im Rahmen der Bewerbung Berlins um die Olympischen Sommerspiele 2000 Anfang der 1990er-Jahre wurde auch das Schlachthof-Areal in die Planungen mit einbezogen. So sollte auf dem Gelände des Alten Schlachthofs ein Mediendorf entstehen, das Wohnraum für alle Journalisten bieten sollte. Da Sydney als Sieger aus dem Bewerbungsverfahren hervorging, wurden diese Pläne jedoch nicht verwirklicht. Das Olympia-Projekt Velodrom wurde dennoch auf dem nördlich der Landsberger Allee gelegenen Areal des Zentralvieh- und Schlachthofs realisiert und 1999 fertiggestellt.

Berliner Kunstsalon in den alten Schlachthöfen in Prenzlauer Berg

Berliner Kunstsalon in den alten Schlachthöfen in Prenzlauer Berg

Vieh- und Schlachthöfe an der Landsberger Allee geöffnet im Rahmen des Berliner Kunstherbstes

Äußerlich wirken die Gebäude des alten Zentralvieh- und Schlachthofes an der Landsberger Allee abweisend, verfallen und ungenutzt. Aktuell findet hier der Berliner Kunstsalon statt.

Vom 6.10 bis zum 10.10. in der Zeit von 14 bis 22 Uhr kann im inneren der beeindruckenden Hallen zeitgenössische Kunst betrachtet werden.

Ort: neben dem S-Bahnhof Storkower Straße

Die Innenaufnahme der Halle (Kopfbild) kann als 360-Grad-Panoramaposter im Format 30 x 88 cm bestellt werden.

Rinderstall, Zentralvieh- und Schlachthof, Prenzlauer Berg, Berlin

Rinderstall, Zentralvieh- und Schlachthof, Prenzlauer Berg, Berlin; Urheber: Stern

Zentralviehhof Berlin - Skizzen zur Rindermarkthalle

Karte des Städtischen Centralvieh- und Schlachthofs in Berlin. Die historische Bebauung (Zustand 1881-1945, teilweise bis 1990) ist in schwarz über der aktuellen Bebauung 2009 dargestellt. Urheber: Maximilian Dörrbecker (Chumwa)

Karte des Städtischen Zentralvieh- und Schlachthofs in Berlin

Zentralviehhof Berlin – Skizzen zur Rindermarkthalle; veröffentlicht in: Der Centralvieh- und Schlachthof zu Berlin, Berlin 1885; Autoren: Hermann Blankenstein / August Lindemann

Nachfolgend ein Ausschnitt aus Wikipedia zu den Vieh- und Schlachthöfen:

Zentralvieh- und Schlachthof

Der Zentralvieh- und Schlachthof war der zentrale städtische Vieh- und Schlachthof in Berlin und lag zunächst im Dreieck Thaerstraße–Eldenaer Straße–Ringbahn. Später wurde er nach Nordwesten zwischen Ringbahn und Hausburgstraße bis über die Landsberger Allee hinaus erweitert. Der heutige S-Bahnhof Storkower Straße hieß bis Mitte der 1970er-Jahre Zentralviehhof. Nach dem Bau des Neubaugebietes am Fennpfuhl, für das dieser S-Bahnhof ein wichtiger Einstiegspunkt war, erfolgte die Umbenennung.

Der Zentralvieh- und Schlachthof lag im Berliner Bezirk Prenzlauer Berg unmittelbar an der Grenze zu Friedrichshain und Lichtenberg. Zum Bezirk Prenzlauer Berg gehörte er seit dem Jahre 1938, als die Grenzen der Berliner Bezirke korrigiert wurden. Davor gehörte er seit der Bildung Groß-Berlins im Jahre 1920 zum Bezirk Friedrichshain.

Überlegungen zum Bau eines städtischen Vieh- und Schlachthofes

Rudolf Virchow schlug bereits 1864 in der Stadtverordnetenversammlung vor, ein von der Stadt Berlin betriebenes, öffentliches Schlachthaus einzurichten, um für die immer weiter wachsende Berliner Bevölkerung eine bessere Qualität in der Fleischversorgung zu gewährleisten. Eine Kommission empfahl 1866, dass ein Schlachthaus zusammen mit einem Viehmarkt auf dem gleichen Gelände errichtet werden sollte, da durch die Kombination für die Viehhändler Kostenvorteile entstehen würden und die Kontrollen in den Ställen und Schlachthäusern vereinfacht werden könnten. Man schlug ein Grundstück in Moabit nahe der Beusselstraße vor, doch die Mehrheit der Stadtverordneten lehnte das Projekt ab.

Am 18. März 1868 erließ die preußische Regierung aufgrund der Missstände im Schlachtgewerbe und der weiten Verbreitung der Trichinose das Gesetz über die „Errichtung öffentlicher, ausschließlich zu benutzender Schlachthäuser“, das sogenannte Schlachtzwanggesetz, das den Bau von kommunalen Schlachthäusern fördern und das anschließende Verbot privater Schlachtereien erlauben sollte. Auch Berlin hatte nun die gesetzliche Aufgabe, ein öffentliches Schlachthaus zu errichten und dort hygienische Kontrollen durchzuführen.

Dass der städtische Vieh- und Schlachthof jedoch erst 13 Jahre später eröffnet wurde, lag an längeren Auseinandersetzungen in der Stadtverordnetenversammlung, hauptsächlich wegen der Kosten und des Lobbyismus von Seiten der Berliner Schlächterinnung. Etwa 800 private Schlachthäuser gab es 1875 in Berlin und Umland. Viele davon schlachteten das Vieh unter sehr schlechten hygienischen Bedingungen und das Fleisch wurde bei den wenigsten kontrolliert. Die Schlächterinnung argumentierte damit, dass die Mehrzahl der Schlachtereien in gutem Zustand seien und man nur die unvorschriftsmäßigen zu schließen bräuchte. Außerdem seien die Straßen Berlins durch den Bau der Kanalisation bereits viel sauberer.

Virchow war 1874, als die Diskussionen um den Bau eines öffentlichen Schlachthofes erneut aufflammten, auch wieder ein starker Befürworter dieses Plans. Der Berliner Magistrat verhandelte mit der Berliner Viehmarkt-Aktiengesellschaft um den Ankauf des Viehmarktes an der Brunnenstraße. Die Mehrheit der Stadtverordneten lehnte 1876 den Kauf aber ab, da die Kosten für die notwendigen Um- und Ausbauarbeiten auf dem Gelände inklusive des Kaufpreises als zu hoch angesehen wurden und das Gebiet wegen des Wachstums der Stadt bereits zu nahe am Stadtzentrum lag. Man wollte lieber ein noch unbebautes Gelände für einen Neubau erwerben. Dafür wurden zwei Areale ins Auge gefasst: das eine in Rummelsburg mit Anschluss an Wasserwege und das andere auf der Feldmark Lichtenberg zwischen Eldenaer Straße und Ringbahn. Nachdem man sich für das zweitgenannte Grundstück entschieden hatte, machte man der Viehmarkt-Aktiengesellschaft ein Gegenangebot in Höhe von acht Millionen Mark, das jedoch nicht angenommen wurde.

Entstehung und Ausbau – Die Anfänge von 1876 bis 1900

So erwarb am 28. Oktober 1876 der Magistrat das 38,62 Hektar große Gebiet auf der Feldmark Lichtenberg für 657.210 Mark, um darauf den Central-Vieh- und Schlachthof zu errichten. Auf der Basis Virchow’scher Hygienevorstellungen und nach Entwürfen von Stadtbaurat Hermann Blankenstein begannen am 26. November 1877 die Bauarbeiten. Am 30. März 1878 wurde das Gelände zur Stadt Berlin eingemeindet, da ansonsten das Schlachtzwanggesetz nicht hätte angewandt werden können. Die Eröffnung fand am 1. März 1881 statt, obwohl noch nicht alle Gebäude fertiggestellt waren. Dies war erst im April 1883 der Fall.

Das Gelände gliederte sich grob in zwei Teile. Im westlichen Teil befanden sich der Schlachthof mit den Anlagen zur Verwertung des Schlachtgutes sowie seiner Koppelprodukte wie eine Kaldaunenwäsche, eine Darmschleimerei, eine Talgschmelze sowie eine zur Lederfabrik gehörende Häute-Salzerei und -trocknerei, eine blutverarbeitende Albuminfabrik sowie ein separater Gleisanschluss. Der Viehhof war durch eine Mauer vom Schlachthof getrennt und dort befanden sich die vier großen Verkaufshallen, zahlreiche Ställe, die beiden Verwaltungsgebäude und das Börsengebäude, welches 1945 im Krieg zerstört wurde. Im Osten gab es noch unbebautes Gelände, das Platz für spätere Erweiterungen ließ. Ganz im Osten lag der Seuchenhof, auf dem verdächtige Tiere gehalten wurden.

Nördlich schloss sich bis zu den Gleisen der Ringbahn der Entladebahnhof zum Entladen des Viehs an. Die Gesamtlänge der Gleisanlagen betrug 15,5 Kilometer und an den fünf Viehrampen konnten fünf Züge von je 400 Meter Länge gleichzeitig entladen werden. In einer Desinfektionsanstalt auf dem Entladebahnhof wurden bis zu 50 Waggons die Stunde nach dem Entladen gereinigt. Ein Haltepunkt der Ringbahn wurde am 4. Mai 1881 eingeweiht. Die Ringbahn kreuzt hier auf zwei Stahlbrücken die Fernbahngleise.

126.347 Rinder, 392.895 Schweine, 111.937 Kälber und 650.060 Hammel wurden im ersten Geschäftsjahr verarbeitet. Erster Verwaltungsdirektor war bis 1901 der Königliche Ökonomierat Otto Hausburg. Ihm zu Ehren wurde 1902 die angrenzende Hausburgstraße benannt.

Aufgrund des gestiegenen Bedarfs entschloss man sich 1889, das Gelände zu erweitern, und kaufte ein nordwestlich gelegenes 10,9 Hektar großes Gebiet zwischen Thaerstraße und heutiger Landsberger Allee für 1,5 Millionen Mark. Von 1895 bis zum 5. Januar 1898 wurde der Neue Schlachthof unter Federführung des Baumeisters August Lindemann mit Schlachthäusern, Ställen, Verwaltungsgebäuden und Kühlhäusern bebaut. Unter der Thaerstraße wurden zwei Unterführungen zur Verbindung der beiden Gelände angelegt, damit die Tiere von den Ställen zu den Schlachthäusern getrieben werden konnten.

Weitere Entwicklung ab 1914

Von 1914 bis 1923 stagnierte die Entwicklung des Zentralvieh- und Schlachthofes aufgrund der kriegsbedingten Inflation. Während dieser Zeit leerstehende Hallen wurden von Privatleuten und Behörden als Lagerhallen genutzt. Ab 1924 begann ein neuer Aufschwung des Vieh- und Schlachtbetriebes, der 1925 durch die Eröffnung einer neuen Fleischgroßmarkthalle auf der gegenüberliegenden Seite der Landsberger Allee und der Verlagerung des Handels aus der Zentralmarkthalle am Alexanderplatz hierher weiter gestützt wurde. Im Zuge dessen wurde die Fremdnutzung der Hallen beendet und diese wurden nun wieder ausschließlich für den Vieh- und Schlachtbetrieb genutzt.

1929 errichtete Richard Ermisch ein neues großes Kühlhaus und 1930 wurde die Rinderauktionshalle um 5000 m² erweitert. In den Folgejahren wurden die Gebäude auf dem Gelände ständig modernisiert. So wurde unter anderem die Außenmauer mit Klinkersteinmauerwerk erneuert. Von 1937 bis 1940 entstand quer über den Viehhof eine etwa 420 Meter lange überdachte und verglaste Fußgängerbrücke, die in einer Höhe von etwa sechs Metern von der Eldenaer Straße zum damaligen S-Bahnhof Zentral-Viehhof führte.

Im Zweiten Weltkrieg entstanden schwere Schäden durch Bombenangriffe erst gegen Ende des Krieges im Jahre 1945, während vorher der Betrieb aufrecht erhalten wurde. 80 Prozent der Gebäude auf dem Alten Schlachthof wurden während des Krieges zerstört, aber die Instandsetzungsarbeiten setzen nach Kriegsende ein, um den normalen Schlachtbetrieb wieder aufnehmen zu können. Direkt nach dem Zweiten Weltkrieg richtete die Rote Armee auf dem Viehhof das sogenannte Kriegsbeutelager 1 ein. Unter anderem lagerten hier bis zum 14. August 1946 die am Ende des Krieges im Neuen Palais in Potsdam-Sanssouci zum Schutz vor Zerstörung eingelagerten Bleiglasfenster der Frankfurter Marienkirche.[1] Freiflächen auf dem Gelände wurden auch zur Zwischenlagerung von Trümmerschutt genutzt.

Während der Zeit der DDR avancierte der Zentralvieh- und Schlachthof zum führenden Betrieb der fleischverarbeitenden Industrie Ost-Berlins. 1958 wurde der Zentralvieh- und Schlachthof in einen Volkseigenen Betrieb (VEB) umgewandelt und dieser dann 1963 in das VEB Fleischkombinat Berlin eingegliedert. In zehn Betriebsteilen wurden bis zu 2700 Arbeiter beschäftigt. Man konzentrierte den Betrieb in dieser Zeit hauptsächlich auf dem Gelände des Neuen Schlachthofs zwischen Thaerstraße und Landsberger Allee. Dort war der Schlachthof auch am deutlichsten für Unbeteiligte wahrnehmbar, sowohl durch einen Werksverkauf an der Landsberger Allee als auch durch die Schlachtgeräusche der Schweine. Insbesondere an heißen Sommertagen kam es zu Geruchsbelästigungen der Anwohner. Das Gelände des Alten Schlacht- und Viehhofs wurde nach und nach an andere Staatsbetriebe übertragen.

Nachwendezeit

Nach der Wende wurden die Kombinate zunächst privatisiert und ihr Betrieb 1991 schließlich ganz eingestellt. Die Aufgaben wurden vom gerade erweiterten Fleischgroßmarkt im Großmarkt an der Beusselstraße in Berlin-Moabit übernommen. Das Gelände war daraufhin einige Jahre lang eine Industriebrache.

Im Rahmen der Bewerbung Berlins um die Olympischen Sommerspiele 2000 Anfang der 1990er-Jahre wurde auch das Schlachthof-Areal in die Planungen mit einbezogen. So sollte auf dem Gelände des Alten Schlachthofs ein Mediendorf entstehen, das Wohnraum für alle Journalisten bieten sollte. Da Sydney als Sieger aus dem Bewerbungsverfahren hervorging, wurden diese Pläne jedoch nicht verwirklicht. Das Olympia-Projekt Velodrom wurde dennoch auf dem nördlich der Landsberger Allee gelegenen Areal des Zentralvieh- und Schlachthofs realisiert und 1999 fertiggestellt.

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