Berlin zum Abreißen – Foto-Kalender über die Hauptstadt

Berlin zum Abreißen – Foto-Kalender über die Hauptstadt

Der Tagesspiegel berichtet über Berlin-Kalender

In Berlin und über Berlin gibt es eine Vielzahl von Foto-Kalendern. Neben den üblichen, ausschließlich für Touristen erstellte Kalender, die sich den großen bekannten Sehenswürdigkeiten widmen, versuchen andere Kalender, die Facetten der Stadt zu zeigen.

Der Tagesspiegel in seiner Ausgabe vom 10. Dezember entdeckt einige Perlen, die sich vom üblichen Einerlei abheben.Dabei durften „Unterwegs in Berlin 2011“ und „Unterwegs in Spandau 2011“ nicht fehlen!

Hier ein Auszug aus dem Tagesspiegel-Artikel zum Thema Berlin-Kalender:

Wer genug von Touristenmotiven hat, kann mit Fotograf Ralf Salecker und Autor Peter Siebke die Bezirke auf der Suche nach deren Kleinoden durchstreifen. Dabei verbinden sie den Kalender mit dem Reiseführer und liefern zu den Motiven interessante Geschichten. In „Unterwegs in Spandau“ etwa zum Schulgelände der Gartenstadt Staaken und der – jenseits Spandaus gelegenen – Sacrower Heilandskirche. „Unterwegs in Berlin“ führt jeden Monat in einen anderen Bezirk, von der Brücke auf die Treptower Insel der Jugend bis zum Tegeler Fließ (11,90 Euro, 30 x 21 cm, www.unterwegs-in-berlin.de).

„Raum der Stille“ im Brandenburger Tor

„Raum der Stille“ im Brandenburger Tor

Ein unvorstellbarer Ort im vorweihnachtlichen Trubel Berlins

Von Sonntagen, die möglicherweise doch frei sein sollten…

Es ist ein trüber, nicht sehr kalter Wochentag im November. Ich komme vom Bahnhof Friedrichstraße zum Prachtboulevard Unter den Linden. Links und rechts Lichter über Lichter und Menschen über Menschen. Geschäftige Angestellte, Touristen aus vielen Ländern und ganze Schulklassen schieben sich über die Bürgersteige. Ich liebe das an meiner Stadt Berlin. Und trotzdem ist es heute anders. Ich sehne mich nach Ruhe. Aber nicht abgeschottet in meiner Wohnung, sondern draußen, da wo das Leben ist.
Meine Schritte führen mich zum Brandenburger Tor. Diesem Tor, das von Carl Gotthard Langhans gebaut, mit der Quadriga von Johann Gottfried Schadow gekrönt und bei seiner Eröffnung im August 1791 als „Friedenstor“ getauft wurde. Im Laufe seiner Geschichte trat die Friedensbotschaft jedoch in den Hintergrund – vor allem durch die seit 1961 am Tor entlang führende Mauer. So war es Jahrzehnte ein Zeichen der Spaltung Berlins. Mit dem Fall der Mauer 1989 aber wurde es ein Symbol für eine friedliche Zukunft.
Meine ersehnte Ruhe finde ich im Raum der Stille. Er wurde im Jahr 1994 im nördlichen Torhaus des Brandenburger Tores eingerichtet und bietet allen Menschen, gleich welcher Herkunft, Hautfarbe, Religion und Weltanschauung, Gelegenheit, mitten in der Großstadt für eine Weile still zu werden und sich zu besinnen.
Drinnen erklärt mir die nette Dame am Informationstisch, dass die Idee zu solchen Räumen, in denen man gut nachdenken könne, ursprünglich von dem früheren Uno-Generalsekretär Dag Hammarsköld stammt.
Der Raum selbst ist nicht groß: Einfache Sitzgelegenheiten, weiße Vorhänge, ein bräunlicher Wandteppich, ein in der Mitte strahlendes Licht und am Boden ein Feldstein. Keine Ideologie oder Religion wird in irgendeiner Form beworben.
Ich schalte ab, konzentriere mich auf mein Inneres und denke über verschiedene Dinge nach. Andere Personen stören dabei nicht: Sie gehen ihren Gedanken nach – seien sie traurig oder froh.
Wieder draußen im Trubel angekommen, die „Linden“ entlang, am Weihnachtsmarkt am Opernpalais und Berliner Dom vorbei, bis zum Weihnachtsmarkt am Roten Rathaus laufend, bin ich in Gedanken immer noch im Raum der Stille. Das zeigt mir, dass ich für einen längeren Moment zur Ruhe gekommen bin.
Am 2. Advent bin ich wieder Unter den Linden. Von besinnlicher Sonntagsstimmung keine Spur. Es sind noch mehr Menschen unterwegs als in der Woche. Hektischer und mit diversen Tüten sowie Paketen beladen.
Ich gehe wieder in den Raum der Stille. Dietrich Bonhoeffer sagte: „Es liegt im Stille sein eine wunderbare Macht der Klärung, der Reinigung, der Sammlung auf das Wesentliche.“
Die Nachrichten am Abend verraten mir, dass der Einzelhandel einen umsatzstarken 2. Advent erlebt hat, das Konsumfest Weihnachten naht, der Sonntag vielerorts ein Shoppingerlebnis war, Christmas-Shopping toll und Shopping für viele ein Event besonderer Art ist.
War das Urteil des Bundesverfassungsgerichtes zu den Sonntagsladenöffnungszeiten vielleicht doch weise, weil es nicht ökonomisches Denken, sondern menschenfreundliche und gesamtgesellschaftliche Aspekte als was Wesentlicheres ansah? Hat das Gericht die  sonntägliche Ruhe, das Treffen mit Freunden, das Zusammensein in der Familie als was Wesentlicheres angesehen? Ganz unabhängig von Ideologie und Religion?
Das Gericht hat jedenfalls bestätigt, dass der Sonntag ein besonderer Tag ist, an dem der Mensch zu sich selbst finden und zu Anderen sowie zur Besinnung kommen soll.

Peter Siebke

Warum feiern wir Weihnachten?

Der 25. Dezember als Datum für das Weihnachtsfest geht wahrscheinlich auf ein römisches Sonnenwendfest zurück. Im 3. Jahrhundert nach Christus stieg der Sonnenkult zur behrrschenden Religion in Rom auf. In der Folge wurde schließlich auch die Wintersonnenwende immer wieder großartig gefeiert.

Den Geburtstag Jesu zu feiern war damals aus sehr unterschiedlichen Gründen nicht denkbar. Weder wurden von den frühen Christen Geburtstage gefeiert, noch kannte irgendjemand überhaupt das exakte Geburts-Datum. Die Geburt Jesu könnte nach neueren Erkenntnissen zwischen vier Jahren vor Christus und sechs Jahren nach Christus liegen. 10 Jahre sind ein langer Zeitraum.  Die Geburt wurde eigentlich als Beginn des sündigen Lebens angesehen? Warum sollte also gerade diese eine Geburt besonders gefeiert werden? Eine spannende Frage.

Wahrscheinlich wurde das Weihnachtsfest erstmals zur Zeit Konstantins des Großen (also im vierten Jahrhundert nach Christus) gefeiert. Schnell breitete es sich aus, genutzt als politisches Instrument, um die Macht der römischen Bischöfe auszuweiten. Etwa in den gleichen Zeitraum fällt auch die Entstehung des Oster- und Pfingstfestes.

Ob das Weihnachtsfest nun bewusst in Konkurrenz zum bestehenden heidnischen Fest gesetzt wurde, oder ob heidnische Feste einfach anders besetzt werden sollten, ist dabei fast unerheblich…

„X-Mas“, das überflüssigste Wort des Jahres

X-Mas allerorten…

Diese Verkürzung für Christmas, die aus dem englischen Sprachraum in den letzten Jahren zu uns herübergeschwappt ist, verbreitet sich, dank anglizismengeiler Medien immer weiter.

Hipp ist, was englisch klingt, also nutzen wir es weidlich. Allüberall in der Werbung ist es anzutreffen.

Wozu sich alter Worte wie Weihnachten bedienen, wenn solch tolle Wortschöpfungen wie X-Mas existieren.

Der Verein Deutsche Sprache hat sich aufgemacht, diesem Übel abzuhelfen. 30000 Mitglieder stark, setzt er sich für den Schutz der deutschen Sprache ein.

Diesmal hat er nun „X-Mas“ mit einer roten Karte versehen. Für ihn ist es das nervigste Wort des Jahres.

Wird es etwas nutzen?

Ich glaube nicht!

Platz zwei der überflüssigsten Wörter eroberten die englischen Begriffe „Flyer“ (Flugblatt) und „Human Resources“ (Angestellte). Gerade letzterer Begriff zeigt doch auf eine sehr direkte Art den Status eines Angestellten in Firmen, die solche Begriffe verwenden. So wird der Mensch zum Objekt, bei dem nur der Nutzwert zählt. Nach dem Gebrauch ist er dann wegzuwefen…

Schließlich muss niemand gedankenlos die gedruckten Phrasen aller Art verwenden. Die, die es trotzdem tun – also z.B. die Werber –  müssen sich nur fragen lassen, welche Zielgruppe sie eigentlich ansprechen wollen.

Möglicherweise sind wir ja nicht damit gemeint. Nur, wer soll es dann sein? Irren Werber etwa?

Frohe X-Mas – Verzeihung, es soll natürlich Frohe Weihnachten heißen!

QR Code Business Card