Bekannte IP-Adressen von Scientology werden blockiert
Offensichtlich haben Scientologen ihre aggressive Eigenwerbung ein wenig übertrieben. Jetzt bekommen sie die rote Karte gezeigt.
Aus dem Adressraum, der Scientology zugeordnet wird kamen gehäuft Änderungen an Artikeln oder werbende Beiträge zur selbsternannten Kirche.
Wikipedias 11-köpfiges Schiedsgericht fand zusammen und beschloss einstimmig (bei einer Enthaltung), keine Änderungen aus diesem IP-Adressraum mehr zu gestatten. Wikipedia sah seine grundsätzliche Neutralität gefährdet, da seit Jahren immer wieder Änderungen im Sinne der Ideologie von Scientology vorgenommen wurden.
Da von dieser Sperrung auch Unbeteiligte Autoren betroffen sind, müssen diese eine Ausnahme von dieser Sperrung beantragen.
Man mag diese Reaktion als konsequent ansehen. An der Praxis wird sich nicht wirklich etwas ändern. Auch Scientology ist schlau genug, sich eben einen anderen Ausgangspunk, als neue IP-Adresse zu suchen, für inhaltliche Änderungen an Artikeln.
Die Sperrung ist also eher als symbolischer Akt zu verstehen.
Dazu passt ein in Frankreich am 25. Mai 2009 begonnener Gerichtsprozess gegen sieben führende Scientologen wegen “bandenmäßigem Betrug und illegaler medizinischer Betätigung”. Kläger sind zwei Frauen (ehemalige Mitglieder der Organisation), die sich von der Scientology finanziell geschröpft und unter Druck gesetzt fühlen.
Anfangs waren es noch fünf Kläger. Drei haben sich anscheinend von Scientology großzügig abfinden lassen.
Ein schnelles Ergebnis, oder gar eine Verurteilung sind erst einmal nicht zu erwarten. Die Vorarbeiten für den Prozess reichen schon Jahre zurück. Selbst bei einer Verurteilung wird die Organisation natürlich alle Rechtsmittel ausschöpfen. Jahre können also noch ins Land gehen.
2003 gab es einen vergleichbaren Prozess. In diesem wurde Scientology vom Betrugsvorwurf freigesprochen.
Schon in den 90er Jahren des letzten Jahrhunderts wurden hohe Scientology-Mitglieder in Lyon und Marseille wegen Betrugs verurteilt.
