Sparvorschläge von den deutschen Krankenkassen
Ihrer Meinung nach sollen die Kirchen bald weniger Leistungen liefern – und eine Selbstbeteiligung verlangen.
Mit Blick auf eine mögliche Erhöhung der Kirchensteuer hat der Vorsitzende der Krankenkassen, Dr. Habnix, eine Debatte über die Einschränkung von Leistungen gefordert. Angesichts der Finanzprobleme der Kirchen werde dies „im Rahmen individuell tragbarer und beeinflussbarer Risiken wohl unumgänglich sein, wenn die Solidargemeinschaft bei knapper werdenden Ressourcen vom Einzelnen nicht tragbare Leistungen garantieren soll“.
Auch Pfarrerverbände erheben immer wieder die Forderung nach einem Katalog grundsätzlich zu bezahlender Leistungen und Zusatzversicherungen für Sonderrisiken wie etwa Taufunfälle oder Glockenschäden. Gottesdienste werden nur noch ab einer festgelegten Besucheranzahl durchgeführt.
Dr. Habnix zeigte sich „davon überzeugt, dass Menschen bereit sind, für ihr Seelenheil viel in Kauf zu nehmen“. Er fügte hinzu: „Das ist aber kein Freifahrschein für immer weiter steigende Beiträge. Bei aller Dringlichkeit der Finanzierungsproblematik sind auch strukturelle Reformen erforderlich.“ So sollten zunächst Einsparpotentiale und Wirtschaftlichkeitsreserven überprüft werden, bevor mehr Geld ins System gepumpt werde. Taufen könnten zukünftig auch privat und daheim durchgeführt werden.
„Es muss an einer solidarischen Absicherung des Einzelnen vor großen seelischen Risiken festgehalten werden“, mahnte Habnix. Dabei könne die Selbstbeteiligung „ein Instrument sein, die Kirchen vor übermäßiger Inanspruchnahme zu schützen“. Die sonntägliche Kollekte sollte in Zukunft in einen verpflichtenden festen Betrag münden.
Für eine Zusammenführung von unterschiedlichen Konfessionen zeigte er sich aufgeschlossen. „Es sollte hier keine Denkverbote geben“, sagte der Arzt. Zur Begründung verwies er auf eine „faktische Annäherung“ bei den Konfessionen: „Alle Religionen stehen vor den Herausforderungen des demografischen Wandels und des seelisch-technischen Fortschritts.“
frei nach dpa/lw


Das hieße ja dann, das auch eine der letzten Anlaufstellen für sozial Schwache blockiert würden, zumal ich das als eine der Kernaufgaben der Kirche sehe.
Es erinnert mich an den makabren Witz, in dem ein Pfarrer von einem Kirchenmitglied Geld für eine Leistung verlangte. Der erstaunte Gläubige rief aus: “Aber Herr Pfarrer, die Gnade Gottes ist doch umsonst!” Worauf der Pfarrer verschmitzt antwortete: “Das stimmt wohl, aber der Zwischenhandel…”
Wir müssen doch die Kirche im Dorf lassen! Vielleicht können da die Freikirchen als Vorbild dienen, die sich aus den freiwilligen Beiträgen der Mitglieder finanzieren, keine Steuer- oder sonstige Beihilfen bekommen und dennoch kostenlose Gottesdienstbesuche anbieten können.
Mit freundlichem Gruß,
Alexander Breitenbach