S-Bahn-Chaos wird immer größer

Linien in Spandau, Hennigsdorf, Strausberg-Nord, und Wartenberg eingestellt

Spandau hat als Alternative immerhin noch die U-Bahn und ein gut ausgebautes Bus-Netz aufzuweisen. Die Verbindung von Hennigsdorf nach Berlin lässt sich nicht so einfach ersetzen. Die Bürgermeister der betroffenen Orte kommen aus dem Kopfschütteln nicht mehr heraus. Doch geht deren Einfluss gegen Null. Die Bahn sitzt das Problem einfach aus. Das Eisenbahnbundesamt hatte vor kurzem noch die Betriebsgenehmigung für drei weitere Jahre erteilt. Die Frage stellt sich nur, für welche Züge. Ein Unternehmen, welches seine vertraglich eingegangene Aufgabe nicht erfüllen kann, hat am Markt nicht mehr zu suchen. Der Bund als Eigentümer der Bahn bekleckert sich bei Problembewältigung nicht gerade mit Ruhm.

Von 562 Doppelzügen sind nun gerade einmal 200 in Betrieb. Alle anderen sind in Wartung oder Reparatur. Die S-Bahn in Berlin macht es den Kunden auch nicht leicht, auf ihrer Internetseite www.s-bahn-berlin.de eine Alternative zu finden. Erst wenn man als Suchbegriff „Abweichende Betriebssituation“ eingibt und sich durch die Ergebnisse hangelt, kommt man auf eine Unterseite, die “Aufklärung” gibt. Einen direkten LINK darauf gibt es nicht.

Auch wenn sich jeder eine schnelle Lösung wünscht, ist natürlich klar, das es genau diese nicht geben kann. Zu viele Jahre sind notwendige Investitionen nicht getätigt worden, weil prestigeträchtiges ICE-Strecken und ein Börsengang viel wichtiger schienen. Es wird mehr als 10 Jahre brauchen, um wieder eine einigermaßen funktionsfähige Infrastruktur zu bekommen. Das kostet viel Geld, welches in Personal und Material investiert werden muss. Umsonst gibt es nichts.

Wenn man die Entwicklung der eingesetzten S-Bahn-Züge als Kurve auftragen würde, dann wäre zu vermuten, das Ende des Jahres kein funktionierender Zug mehr auf Berlins Gleisen fahren wird.

Sollte eine Aktie eine solche Kurve aufweisen, würden die Anleger schnellstens die Flucht ergreifen. Der Berliner ist überraschenderweise ein geduldiger Mensch. Er arrangiert sich mit der Enge in den Waggons, die immerhin in der kalten Witterung den Vorteil kuschliger Wärme mit sich bringt.

Wenn dann im Sommer die Züge ähnlich voll sind, werden bei Temperaturen von 50 Grad und mehr die Leute reihenweise umfallen.

Fahrpreiserhöhungen im öffentlichen Nahverkehr

Ab 1.1.2011 erhöht der Berliner Verkehrsverbund (VBB) seine Preise – im Schnitt um 2,8 Prozent. Gerade die S-Bahnkunden werden dafür wenig Verständnis aufbringen.

  • Einzelfahschein (AB): jetzt 2,30 Euro, vorher 2,- Euro
  • Einzelfahschein (ABC): jetzt 3,- Euro
  • Tagesticket: jetzt 6,30 Euro, vorher 6,10 Euro
  • Monatskarte: jetzt 74,- Euro, vorher 72 Euro
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