„Die Rückholbarkeit wird für möglich gehalten“

Wer soll einen Teil der mehreren hunderttausend Fässern schwach oder stärker aktivem Müll aus der Asse holen. Sigmar Gabriel, oder seine Gutachter wollen uns weis machen, eine „Entsorgung“ wäre möglich.

Gleichzeitig schränkt ers eine Aussage ein: „Ich weiß noch nicht, wie wir den Müll wieder hochholen können.“ Was denn nun…?

Niemand lässt sich darüber aus, wo – wenn die Fässer aus der Asse geholt werden – der strahlende Müll landen soll. Der Zustand vieler Fässer dürfte eine sichere „Rückholung“ kaum mehr möglich machen.

Ein Endlager fürt Atommüll existiert nicht! Nach deutschem Atomrecht dürfte folglich kein Atomkraftwerke mehr betrieben werden, wenn die Endlagerung nicht gesichert ist.

Die Idee des „Endlagers“ in der Asse war eigentlich schon gescheitert, bevor sie begann. Das angeblich sichere Salz, in dem alles sicher verwahrt werden sollte, ist eben doch nicht sicher. Eindringendes Wasser – von Anfang an bekannt – lässt diese Idee zu einer Schnapsidee verkommen.

Gorleben soll Atommüll-Endlager werden

Die CDU will dies jetzt unbedingt durchsetzen
Nach dem bekundeten festen Willen der CDU soll der in Niedersachsen liegende Standort Gorleben zum Endlager für Atommüll werden. Dem Vierländereck von Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg und Sachsenanhalt steht damit sicherlich eine unruhige Zukunft bevor. Nicht wenige werden ihren Unmut darüber Ausdruck verschaffen wollen.
Die CDU möchte endlich mit der „endlosen“ Suche nach einem geeigneten Endlager aufhören. Dem Umweltminister Gabriel (SPD) wirft sie eine unangemessene Hinhaltetaktik vor.
Gorleben liegt nicht weit von dem als „quasi-Endlager“ genutzten ehemaligen Salzbergwerk Asse II. Von 1967 bis 1978 wurden dort von der Gesellschaft für Strahlen- und Umweltforschung rund 125000 Fässer mit schwach radioaktiven Substanzen eingelagert. All dies wurde als „Versuch“ deklariert. 1972 bis 1977 kamen zusätzlich etwa 1300 Fässer mit mittelaktiven Abfällen hinzu.
1979 wurde in einer wissenschaftlichen Arbeit auf die Gefahr von Wassereinbrüchen hingewiesen. 1994 wird in einem Gutachten von einem möglichen „Absaufen“ des Bergwerkes wegen der erfolgten und nicht mehr beherrschbaren Wassereinbrüche berichtet. Ein Übertritt von radioaktiven Substanzen in das Grundwasser kann nicht mehr ausgeschlossen werden. Niemand kann sagen, was wirklich in den vor sich hin rottenden Fässer enthalten ist. Vertuschung und Ignoranz waren bisher Grundlage der Informationspolitik zu diesem Thema. Daran ändert auch ein neuer Betreiber nichts.
Traute Einigkeit herrscht bei SPD und FDP. Haben sie doch auf die eine oder andere Art und Weise ihre Aufsichtspflicht auf Länder- oder Bundesebene versäumt. Die SPD sieht keine Notwendigkeit für die Einberufung eines Untersuchungsausschuss.
Nach und nach tauchen Berichte auf, nach denen schon 1906 bis 1908 Flüssigkeitsströme bemerkt wurden. Von einem sicheren Zwischen- geschweige denn Endlager konnte also niemals die Rede sein.
Gegen jede Erfahrung wird immer wieder gerne von der billigen und beherrschbaren Atomenergie geredet. Im Defakto Endlager Asse II ist die Situation nicht mehr wirklich beherrschbar. Die Entfernung aller Abfälle aus dem Salzstock würde Milliarden kosten – natürlich für den Steuerzahler. Ein üblicher Weg. Kosten werden sozialisiert, Gewinne dagegen privatisiert.
Fakt ist, das in den letzten Jahrzehnten für Forschung und Entsorgung im Bereich „Atomenergie“ rund 70 Milliarden Euro auf Kosten der Steuerzahler ausgegeben wurden. Die Atomindustrie selbst hat sich an den Kosten kaum nennenswert beteiligt.
Eine Verlängerung der Laufzeit von Kernreaktoren brächte den beteiligten Stromproduzenten einen Gewinn von rund 80 Milliarden Euro. Kein Cent davon wird den Strompreis zu Gunsten der Verbraucher senken. Eine verlängerte Betriebszeit der Reaktoren hätte aber noch andere Folgen. Solange das Geld aus dem Atomstrom so munter fließt wird es weniger Engagement in eine alternative Energieerzeugung geben.

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