Nach Milliardengeschenken durch die Bundesregierung wird jetzt zusätzlich beim Verbraucher kassiert
Das Jahr 2011 beginnt mit einem Preisschock. Mehr als 600 Stromkonzerne erhöhen die Preise um durchschnittlich 7,1 Prozent. Die Preissteigerungen fallen dermaßen satt aus, das gut zwei Milliarden Euro mehr als “erlaubt” in deren Kassen landet – so jedenfalls eine Studie der Grünen. Im Extremfall steigt der Preis um 19,4 Prozent. Eine vierköpfige Familie dürfte dann 2011 etwa 160 Euro mehr für ihren Strom bezahlen.
Nun gibt es aber ein gutes Mittel, sich einer ungerechtfertigten Preiserhöhung zu entziehen. Wechseln Sie einfach ihren Stromanbieter. Das ist einfach und ohne Risiko durchzuführen. Es besteht keine Gefahr, plötzlich ohne Strom dazustehen. Weil Stromanbieter aber die Erfahrung gemacht haben, das der Verbraucher meist zu bequem ist, den Wechsel auch wirklich durchzuführen, sind Preiserhöhungen ein kalkulierbares Risiko für die Stromkonzerne. Erst umfangreiche Berichterstattungen in den Medien führen zu einer ausgeprägten Wechsel-Willigkeit.
Dies musste sehr schmerzhaft der Vattenfall-Konzern vor wenigen Jahren in Berlin erleben. Als Folge einer ignoranten Preis-Informationspolitik, die eigentlich nur mit bewusster Verdummung der Verbraucher bezeichnet werden konnte, in Kombination mit Störfällen bei den Atomkraftwerken, die zum medialen GAU wurden, wechselten die Stromkunden in Scharen.
Wundersamerweise steigen in Berlin die Strompreise stärker, als im Bundesdurchschnitt, nämlich um 9,9 Prozent. Danke Vattenfall! Im Grundversorgungstarif von Vattenfall kostet die Kilowattstunde Strom ab dem 1. Januar 2,33 Cent mehr.
Mit einer Begründung sind die Stromkonzerne schnell zu Hand. Nachvollziehbar ist die höhere Umlage für die Einspeisung Erneuerbare Energien (EEG) von 3,5 Cent pro Kilowattstunde zum Jahreswechsel, 1,5 Cent mehr, als im letzten Jahr. Das ist aber nur eine Seite der Medaille. Kosten werden gerne sofort weitergegeben. Dabei fällt es ja fast nicht auf, wenn die Preissteigerung größer ist, als sie rechnerisch sein dürfte.
Umgekehrt scheinen die Konzerne nicht willig zu sein, gesunkene Beschaffungskosten umgehend an die Verbraucher weiterzugeben. Seit Ende 2008 sanken die Beschaffungskosten um 30 bis 40 Prozent. Rechnet man beides gegeneinander auf, dann sieht das Ergebnis plötzlich ganz anders aus.
Gier scheint also die eigentliche Motivation zu sein. Schaut man sich die jährlichen zweistelligen Milliardengewinne der Stromkonzerne an, dann muss man sich ernsthaft fragen, wie weit sich die Verbraucher noch für dumm verkaufen lassen.

