Drahtloser Internetzugang muss gesichert sein

Würden sie ihr Handy auf einem öffentlich Platz für jeden zugänglich legen, damit jeder der mag, damit frei telefonieren kann?
Der drahtlose Internetzugang über WLAN-Router oder Access-Point wird immer beliebter. Ohne lange Kabel durch die Wohnung ziehen zu müssen, kann der Computer an jedem Punkt der Wohnung und ihrer Umgebung ins Internet gehen.
Dieser Komfort ist aber nicht ohne Tücken. Was sie tun können, ist anderen Menschen ebenso möglich. Dazu muss niemand ein Computerfachmann sein. Alle können ihren Internetzugang nutzen, um selbst ins Internet zu gehen. Prinzipiell wäre dies sicherlich nicht schlimm. Doch gibt es leider Zeitgenossen, die sich auf ungesetzlichen Pfaden bewegen. Wenn diese ihren Zugang frei nutzen, dann haben sie ein wirkliches Problem.
Das Oberlandesgericht in Düsseldorf (Az. I-20 W 157/07) hat eine bemerkenswerte Entscheidung getroffen. Jeder Nutzer ist demnach für die Folgen eines Missbrauchs selbst verantwortlich. Die  Verschlüsselung des Internetzugangs ist also jedem zumutbar. Wenn also jemand über ihren ungesicherten WLAN-Zugang Musikstücke, Software, Videos oder gar Kinderpornografie herunterlädt, dann müssen sie sich im Zweifelsfall für Urheberrechtsverletzungen verantworten. Unkenntnis schützt also auch in diesem Fall nicht vor Strafe.
Sollte ihr Netzwerk offen zugänglich sein, eröffnen sie jedem, der es darauf anlegt, den Zugang zu ihrem Computer.
Für diejenigen, die eine volu-menbasierte Flatrate haben, also bei der die Menge der übertragenen Daten abgerechnet wird, können erhebliche Kosten entstehen, wenn andere die freie Surf- und Download-Möglichkeit hemmungslos nutzen.
Wir haben einen hilfsbereiten Mitarbeiter losgeschickt, um einen – zwar nichtrepräsentativen – Blick in die alltägliche Realität zu werfen. 16070 Messdaten wurden erhoben, nicht in Falkensee, sondern in Spandau und Charlottenburg, weil dort eine größere Häuserdichte vorherrscht. Falkensee selbst wird später einmal folgen. Auch diese Daten werden wir hier veröffentlichen.
Von den WLAN-Hotspots sind 12.88% völlig ungeschützt. 29.4% weisen die so genannte WEP-Verschlüsselung auf (von
einigermaßen versierten Anwendern in ca. 10 Minuten zu überwinden) und 57.63% haben eine WPA- oder die bisher kaum zu überwindende WPA2-Verschlüsselung ihres WLAN-Routers. Ältere WLAN-Router unterstützen unter Umständen die sichere WPA2-Verschlüsselung nicht.
Wer seinen Router absichern möchte, sollte in keinem Fall vergessen, das voreingestellte Zugangspasswort zu ändern, dieses ist überall im Internet frei erhältlich.
Noch viel unbekümmerter sichern Computernutzer ihren eigenen PC. Gerade einmal die Hälfte nutzen überhaupt ein Antiviren-Programm, obwohl es genügend kostenlose Programme gibt, die sich hinter den kommerziellen nicht verstecken müssen. Der Rest nutzt entweder keines, oder eines mit völlig veralten Virendefinitionen. Gerade in einer Zeit, in der Viren, Trojaner und anderes „Getier“ sich wie Heuschrecken über die Computer hermachen, ist dies mehr als gedankenlos.

QR Code Business Card