Humboldthain in Berlin Mitte

Humboldthain in Berlin Mitte

Ein Berg mitten im Wedding

Wo leben Sie in Berlin? In Mitte! Wenn diese Antwort voller Inbrunst ertönt, dann weiß der echte Berliner: „…der is nich von hier“. Es ist ein Rucksack-Berliner, also ein Zugereister.
Das ist kein Makel, denn Berlin war und ist ein Schmelztiegel, in dem sich ganz unterschiedliche Menschen sammelten und immer noch sammeln und aus dem die Stadt oft ihre Kraft schöpfte und schöpft – und das nicht nur im Bezirk Mitte. Da der Bezirk aber zentral liegt, das historische Zentrum beherbergt, dort die Regierung mit vielen Ministerien und Landesvertretungen der einzelnen Länder sowie eine Vielzahl von Botschaften ansässig sind, gilt dieser Bezirk als das Herz Berlins und macht Zugezogene offensichtlich besonders stolz.
Das ist soweit schön und gut, aber doch nicht ganz richtig: Denn was heute großzügig als Mitte bezeichnet wird, der jetzige Großbezirk Mitte, besteht aus den ehemals selbstständigen Stadtbezirken Mitte, Wedding und Tiergarten. Letztere wurden bei der Bezirksreform 2001 zu Ortsteilen degradiert. Es führt immer wieder zu Verwirrungen, wenn Straßen oder Gebäude, die sich in Moabit oder Gesundbrunnen befinden, von Wahlberlinern vereinfachend, aber stolz, mit „in Mitte“ lokalisiert werden.
Wenn vom Bezirk Mitte gesprochen wird, dann erscheinen sofort Bilder vom Brandenburger Tor, Reichstag, Fernsehturm, dem Potsdamer Platz, der Straße Unter den Linden, der Friedrichstraße und dem Gendarmenmarkt vor unserem geistigen Auge. Diese bekannten Sehenswürdigkeiten sind aber nur ein Teil des dicht besiedelten Berliner Bezirks.

Als Alternative zu den genannten Sehenswürdigkeiten gibt es noch viele andere sehenswerte, abgelegene, nicht direkt im Zentrum gelegene Gebäude, Parks oder interessante Orte, die einen Besuch wert sind.

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Einer dieser Orte ist der Humboldthain im ehemaligen Bezirk Wedding. Der in Gesundbrunnen gelegene Park hat eine interessante Geschichte, die auch heute noch erlebt werden kann.
Entworfen wurde der Park vom damaligen Gartenbaudirektor Gustav Meyer. Die Bauarbeiten begannen am 14. September 1869, dem 100. Geburtstag Alexander von Humboldts und dauerten bis ins Jahr 1876.
Der Park sollte der umliegenden Bevölkerung als Freizeit- und Erholungsgebiet dienen. Aber auch die Fortbildung der Bürger war ein Ziel. So gab es zahlreiche seltene Pflanzen und eine so genannte „Geologische Wand“. Sie wurde später umgesetzt und ist heute im Botanischen Volkspark Blankenfelde zu sehen.
Der Park, wie wir ihn heute kennen, sah damals völlig anders aus.
Gegenüber der Ramlerstraße stand auf einem Platz die Himmelfahrtkirche, welche im Zweiten Weltkrieg zerstört wurde. Sie wurde in den Jahren 1954-56 unweit vom alten Standort an der Gustav-Meyer-Allee in moderner Form von Otto Bartning wieder errichtet. Am ehemaligen Standort der Kirche befindet sich heute ein sehenswerter, geometrisch angelegter Rosengarten mit 15 000 Rosen und der Bronzeskulptur „Diana mit Windhunden“ aus dem Jahr 1926 von Walter Schott.
Heute ist der nach Plänen von Günther Rieck in den Jahren 1948-1951 neu gestaltete, 29 Hektar große Humboldthain zum Teil ein Berg, unter dem sich Trümmer und zwei Bunker für 15 000 Schutzsuchende mit Flaktürmen aus dem Zweiten Weltkrieg befinden. Die 85 Meter hohen Flaktürme sind zu einer Aussichtsplattform ausgebaut worden, von der man eine prächtige Aussicht über Berlin hat. Auf ihr steht eine Aluminiumskulptur von Arnold Schatz als „Denkmal für die Deutsche Wiedervereinigung“. Eine Wand des Bunkers dient dem Berliner Alpenverein als Sportkletteranlage und das Innere des Bunkers lässt sich mit einer Führung des Vereins Berliner Unterwelten e. V. erkunden.
Neben zahlreichen Spazierwegen gibt es im Humboldthain Liegewiesen, vielfältige Spielmöglichkeiten für Kinder, einen Wassergarten, eine Rodelbahn und ein Freibad mit einem 50-Meter-Schwimmbecken, einem großen Planschbecken, einer großen Rutsche und Sprunganlage sowie einem Restaurant.

Peter Siebke

Verkehrsanbindung:

  • S-Bahn:  Humboldthain, S1, S2, S25; Gesundbrunnen, S1, S2, S25, S41, S42
  • U-Bahn: Gesundbrunnen, U8
  • Bus: S Humboldthain, 247

Berliner Unterwelten e.V.

  • Brunnenstraße 108a,
  • 13355 Berlin Wedding
  • Tel.: 030 – 49 91 05 17
  • Mo–Fr 10 bis 15 Uhr

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