Naturschutzzentrum Ökowerk Berlin

Naturschutzzentrum Ökowerk Berlin

Eine Oase im Grunewald am Teufelssee

Mitten in der eiszeitlich geprägten Landschaft des Grunewaldes, direkt am Teufelssee gelegen, befindet sich seit 1985 das Naturschutzzentrum Ökowerk auf dem Gelände des ältesten erhaltenen Berliner Wasserwerks.

Dieses wurde in den Jahren 1871⁄72 errichtet, um die Villensiedlung im Charlottenburger Westend mit Trinkwasser zu versorgen. Dafür wurde das aus Brunnen geförderte Grundwasser zum Wasserturm am Spandauer Berg gepumpt.

Die bemerkenswerten Förder‑ und Filteranlagen sind heute als ein liebevoll restauriertes Industriedenkmal zu bestaunen. Dazu zählen die Dampfmaschinen mit ihren großen Schwungrädern und den dazu gehörigen Schöpfpumpen, wie auch die roten Backsteingebäude mit dem markanten 35 Meter hohen Schornstein.

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(Für eine Ansicht in Google Street View einfach das orange-gelbe Männchen auf die Markierung ziehen)

Fast hundert Jahre war das Wasserwerk in Betrieb, ehe es 1969 stillgelegt wurde. 1985 begann die Nutzung als Naturschutzzentrum. Heute ist das Ökowerk ein Lern‑ und Erlebnisort in der Natur mit vielfältigen Angeboten zur Umweltbildung. Ziel der ökologischen Bildungs‑ und Tagungsstätte ist nicht nur das Wissen über unsere natürlichen Lebensgrundlagen zu vertiefen, sondern vor allem auch mit praktischen Tipps Aktivitäten im eigenen Umfeld anzuregen. Seminare wie Lehmbau, Heilpflanzenkunde, Imkerei oder naturnaher Gartenbau zeigen anschaulich, wie man von der Natur lernen kann.

Gerade Kinder sind von der Vielfalt der Natur begeistert und können bereits früh ökologische Zusammenhänge auf spielerische Weise begreifen. Entsprechend reich ist unser Angebot für jüngere Besucher: Werken mit Naturmaterialien, Wildniskurse, Unterricht im grünen Klassenzimmer oder gar mehrwöchige Ferienaktionen bieten spannende und nachhaltige Erlebnisse in der Natur.

Entsprechend bunt gemischt sind die Besuchergruppen, die sich während des gesamten Jahres hier einfinden. Neben Touristen und Wochenendausflüglern nutzen vor allem Schulklassen und Kindergruppen die Aktions‑ und Bildungsmöglichkeiten.

Für Freizeit und Bildung stehen einerseits das weitläufige Gelände (2,7 Hektar) aber ebenso verschiedene Seminar‑ und Ausstellungsräume zur Verfügung.

Der Besucher findet hier unterschiedliche Gartenbereiche, die sich vor allem durch eine naturnahe Gestaltung mit einheimischen Gewächsen auszeichnen.

Ein Biogarten mit Hoch‑ und Hügelbeeten der als reiche Mischkultur angelegt ist, dazu eine Kräuterspirale neben einem Teich, Kultur‑, Färber‑ , Heil‑ und Wildpflanzen, teilweise eingerahmt von Totholzhecken und beispielhafte Nisthilfen für Vögel, Fledermäuse und Solitärbienen zeigen ganz praktisch die Möglichkeiten abseits der üblichen eintönigen Ziergärten mit kurzgeschorenen Rasenflächen. Vom einheimischem Obst und Gemüse führt der Weg über den Blütenbesuchergarten zu ihren Bestäubern.

In den Bienenschaukästen kann man den fleißigen Arbeiterinnen zuschauen und auf Schautafeln den gesamten Prozess von der Honigentstehung bis zur Honiggewinnung nachvollziehen.

An einer Vielzahl unterschiedlicher Teiche, bis hin zu einer Teichlandschaft kann der aufmerksame Beobachter das Ökosystem Kleingewässer im wahrsten Sinne des Wortes begreifen. Sumpf‑ und Wasserpflanzen und die ganze Vielfalt der Wasserorganismen vom Teichfrosch bis zum Wasserfloh können in ihrem natürlichen Lebensraum entdeckt werden.

Einzigartig ist das Flechtenvorkommen auf einem der ältesten Gründächer Berlins, welches sich auf dem Hallendach des alten Filtergebäudes befindet. In mühevoller Handarbeit wurde die unter Schutz stehende Pflanzendecke während der Sanierung des Gebäudes zum Großteil abgetragen und anschließend wieder vorsichtig aufgebracht. Dies ist nur ein Beispiel von vielen, für die ehrenamtliche Vereinsarbeit vieler Ökowerksmitglieder.

Die umgebende Landschaft und der historische Hintergrund bestimmen zu einem wesentlichen Teil die Arbeitsschwerpunkte des Naturschutzzentrums. Entsprechend sind Umwelt‑ und Naturschutzberatung, Umweltpädagogik und Naturbeobachtung für Kinder sowie Naturerlebnisprogramme für Familien häufig auf die Themenbereiche Wasser und Wald ausgerichtet.

Ferner erfolgt eine individuelle Beratung von Lehrern und Betreuern bei der Planung und Durchführung von Natur‑ und Umweltthemen im Unterricht. Anschaulich können Themen wie Biogarten, naturgemäßer Nutzgarten, Techniken des Wegebaus im Gartenbau, Wildgärten mit heimischen Pflanzen, Ratschläge zum Umgang mit Bienen, Wespen, Hornissen und Hummeln sowie zum Imkerwesen direkt vor Ort vermittelt werden.

Fachkräfte vor Ort bieten individuelle Beratung zu verschiedenen ökologischen Themen, zur Landschaftsgeschichte und aktuellen Landnutzung (unter anderem Forstwirtschaft, Jagd) sowie zum Naturschutz der Region an. Die von vielen freiwilligen Helfern errichteten und betreuten Amphibienschutzzäune an der Havelchaussee, die bereits seit mehreren Jahren unterhalten werden, geben umfangreiche Informationen zum Wanderungsverhalten der Amphibien und sind ein wichtiger Beitrag zum Schutz gefährdeter Arten im Grunewald.

Als wichtiger außerschulischer Lernort bietet das Ökowerk praxisnahe Unterrichtsangebote von der Kita bis zum Oberstufenkurs. Die Inhalte sind an die Anforderungen der Lehrpläne angepasst, altersgerecht aufbereitet und verknüpfen in besonderem Maße Themen aus verschiedenen Fachgebieten. Dabei steht die aktive Beteiligung der Schüler im Vordergrund, wobei das Gelände und die Ausstattung – unter anderem der Laborraum – optimale Möglichkeiten bieten. Neben der Vermittlung von fachbezogenem Wissen werden vor allem die Sinne angesprochen und Zusammenhänge in der Natur auf spielerischem Wege erklärt.

Zusätzlich existiert ein reichhaltiges Wochenendprogramm an Seminaren, Workshops und Naturerlebnisveranstaltungen. Diese Angebote werden regelmäßig in einem gedruckten Halbjahresprogramm veröffentlicht

Die interaktive Dauerausstellung „WASsERLEBEN“ rund um das Thema Wasser ist für große und kleine Besucher interessant und stellt Fragen und eröffnet Möglichkeiten, selbst zu einer Antwort zu gelangen. Was ist Wasser für ein Stoff? Was ist Grundwasser eigentlich? Wie funktionierte das Wasserwerk am Teufelssee? Welche Tiere leben im Teufelssee?

Anschaulich und sinnlich erlebbar wird hier die Komplexität des oft so banal erscheinenden Wassers vor Augen geführt.
Ralf Salecker (Text und Fotos)

Naturschutzzentrum Ökowerk Berlin e.V.

  • Ökologische Bildungs‑ und Tagesstätte
  • Telefon: (030) 30 00 05–0
  • www.oekowerk.de
  • E-Mail: info@oekowerk.de

    Öffnungszeiten bis 27. März 2010:

    • Gelände Dienstag – Freitag von 10.00 – 16.00
    • Samstag, Sonntag und Feiertag von 11.00 – 16.00
    • Montags geschlossen

    Öffnungszeiten ab 28. März 2010:

    • Gelände Dienstag – Freitag von 9.00 – 18.00
    • Samstag, Sonntag und Feiertag von 12.00 – 18.00
    • Montags geschlossen

    Öffnungszeiten des Bistros:

    • Samstag, Sonntag und Feiertag zeitgleich mit
    • den Öffnungszeiten des Ökowerks
    • (im Sommer auch Freitags).
    • Für Gruppen auf Anfrage auch in der Woche geöffnet.

    Verkehrsanbindung:

    • S-Bahnhof Grunewald (S7), Bus: M19, 186, 349; (plus 20 Min. Fußweg)
    • S-Bahnhof Heerstraße (S9, S75), Bus: 218, M49, X34, X49; (plus 25 Min. Fußweg)

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