Treptow-Köpenick – Treptower Park

Treptow-Köpenick – Treptower Park

Insel der Jugend

Der Treptower Park im Winter! Schon beim Aussteigen aus der S-Bahn strahlen die, auf den Sommer wartenden Schiffe im Hafen der Ausflugsdampfer eine beschauliche Ruhe aus. Unser Weg verläuft am Spreeufer, vorbei an einer Gedenktafel, die an ein Schiffsunglück im Jahr 1951 erinnert, bis zur Insel der Jugend.
Sie liegt in Alt-Treptow, einem Ortsteil des mit der Verwaltungsreform 2001 gebildeten Bezirks Treptow-Köpenick.
Die erste Erwähnung findet Treptow unter dem Namen Trebow im Jahr 1568 – ein Fischerhaus an der Mündung des Heidekampgrabens in die Spree.
1707 kam es zu einer Neuansiedlung, die als Vorwerck Trepkow bezeichnet wurde. Nach weiteren Ansiedlungen entstand 1779 daraus die Kolonie Treptow. 1808 trug das Gebiet dann die Bezeichnung Gutsbezirk Treptow, dessen Kern das Vorwerk Treptow war und wo das nach Plänen von Carl Ferdinand Langhans gebaute Magistrats-Kaffeehaus Treptow, später Zenner, stand.
1823 beschloss der Magistrat von Berlin die Köllnische Heide bis auf den Alten Treptower Park abzuholzen. Mit der 1864 beginnenden Dampfschifffahrt und der wenige Jahre späteren Inbetriebnahme der Ringbahn entwickelte sich Treptow zu einem der beliebtesten Ausflugsgebiete der Berliner.
1876 wurde der Gutsbezirk Treptow zur Landgemeinde Treptow mit 567 Einwohnern. Sie erfuhr im Zuge der Vorbereitung für die Große Berliner Gewerbeausstellung 1896 viele Strukturverbesserungen. So wurde der in seiner Form noch heute vorhandene Park nach Plänen Gustav Meyers als Volkspark mit großer Spiel- und Sportwiese angelegt. Ihm zu Ehren wurde eine Büste im Park aufgestellt.

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(Für eine Ansicht in Google Street View einfach das orange-gelbe Männchen auf die Markierung ziehen)

Die ursprünglich vorgesehene Fertigstellung des zwischen Treptow und Stralau geplanten  Straßenbahntunnels wurde erst 1899 realisiert.
Ebenfalls zur Gewerbeausstellung wurde der Vorläufer der heutigen Archenhold-Sternwarte, die nach ihrem ersten Direktor Friedrich Simon Archenhold benannt ist, gebaut. Ihr Großer Refraktor ist das längste bewegliche Linsenfernrohr der Welt. Das heutige Gebäude der Sternwarte wurde 1909 erbaut.
Mit der Gewerbeausstellung begann in Treptow die Industriealisierung und Wohnbebauung.
Vom Restaurant Zenner sehen wir vor uns die Insel der Jugend. Sie ist über die, mit beiden Brückenhäusern 78 Meter lange, Abteibrücke zu erreichen. Die Brücke wurde 1916 nach Plänen von Friedrich von Emperger erbaut und ist die erste Stahlverbundbrücke Deutschlands.
Von der Brücke hat man einen herrlichen Blick über die Spree nach Stralau mit der alten Dorfkirche.
Die Insel wurde ursprünglich Rohr-Insel oder Treptower Bruch genannt. Zur Zeit der Berliner Gewerbeausstellung hieß sie Neu-Spreeland und gehörte zu Neukölln, wie ein Wappen an der Brücke zeigt. Später hieß sie Abteiinsel, benannt nach dem Restaurant, das im Stil einer Abtei dort errichtet wurde und 1914 abbrannte. In der DDR wurde sie in Insel der Jugend umbenannt.
Auf der Insel fanden im Sommer immer Konzerte statt. Ab 1984 war dort ein Jugendclub und eine Freilicht-Bühne vorhanden. Seit 2010 ist ein Kulturverein Betreiber der Insel. Seit dem 19. Jahrhundert findet hier das Höhenfeuerwerk „Treptow in Flammen“ und seit 1989 das Treptower Hafenfest statt.
Unser Weg führt uns, vorbei an dem jetzt im Eis liegenden Wasserflugzeug, mit dem im Sommer Rundflüge durchgeführt werden, weg von der Insel der Jugend über die Straße Am Treptower Park. Vorbei an der Archenhold-Sternwarte, zum Karpfenteich und dem im Sommer gern aufgesuchten Rosengarten mit einem Springbrunnen.
Vor uns erhebt sich auf einem Hügel das monumentale Sowjetische Ehrenmal. Die 1949 fertiggestellte Anlage soll an die im Zweiten Weltkrieg gefallenen sowjetischen Soldaten erinnern.
Die Gedenkstätte entstand an Stelle der ehemaligen großen Spiel- und Sportwiese.
Unser winterlicher, erholsamer Spaziergang geht weiter – schräg durch den Treptower Park und über die Puschkinallee – zum S-Bahnhof Treptower Park zurück.

Peter Siebke

Verkehrsverbindungen:

  • S- Bahn: S Treptower Park: S8, S9, S85, S41, S42
  • Bus: Linie 104, 166, 167, 194, 265, 347

Markante Punkte im Treptower Park:

  • Ausflugsdampfer-Anlegestelle
  • Gasthaus Zenner
  • Insel der Jugend mit Abteibrücke
  • Archenhold-Sternwarte
  • Karpfenteich
  • Sowjetisches Ehrenmal

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