VW ist der “wertvollste” Konzern der Welt

Rund 1000 Euro für eine VW-Aktie

Noch zu Beginn des Jahres gab es dafür gerade einmal 150 Euro.

Gerade sitze ich harmlos an meinem Rechenknecht und arbeite gemütlich vor mich hin, da trudelt diese Meldung über den Nachrichten-Ticker.

Die Börsenspekulationen scheinen völlig aus dem Ruder gelaufen zu sein, “nur” weil Porsche seinen Anteil an VW auf 42,6 Prozent aufgestockt hat und gerne noch einmal nachlegen möchte, um schlussendlich auf etwa 75 Prozent kommen zu können.

Das Land Niedersachsen hält 20,2 Prozent an VW. Mit Hilfe eines speziellen VW-Gesetzes sicherte sich das Land bisher eine “Sperrminorität” bei Entscheidungen, also ein Vetorecht auf der Hauptversammlung der Aktionäre. Porsche versucht, mit Hilfe der EU, die üblichen 25 Prozent als Maßgabe durchzusetzen.

Sollten der Handel mit VW-Aktien zu einemMarkt-Anteil frei verfügbarer Aktien von unter fünf Prozent führen, müsste der Börsen-Handel mit den VW-Papieren eingestellt werden.

Wie verzweifelt müssen die Börsianer sein, um bei all den in den letzten Wochen und Monaten verbrannten Geldmengen bei Immobilienkrediten, nun ganz schnell auf ein anderes Pferd zur schnellen Geldvermehrung zu setzen. Dieses Pferd kann offensichtlich sehr bockig sein, mit fatalen Folgen für die Zockenden.

Vorher wusste ich nicht, dass es möglich ist, Aktien zu leihen, diese dann an der Börse zu verkaufen. So weit, so seltsam. Doch es geht ja noch weiter. Der Verkauf findet nur in der Hoffnung statt, bei fallenden Kursen diese wieder zurück kaufen zu können, um sie am Ende dem Verleiher wieder zurückzugeben. Rund 15 Prozent der VW-Aktien waren angeblich in der letzten Woche verliehen worden.

Diese Leerverkaufsgeschäfte sind eigentlich nichts anderes als öffentliches Glücksspiel außerhalb eines Spielkasinos.

Ergänzung vom 30.10.2008

Hedge-Fonds, die auf sinkende Kurse der VW-Aktie gewettet haben, sollen Milliarden Euro verloren haben – 10 bis 15 Milliarden Euro, nach Aussage der Financial Times. Die Spekulation auf sinkende Preise ging in die Hose. Trotz gestiegener Preise mussten sie die Aktien um jeden Preis zurückkaufen. Schließlich mussten die geleihen Stücke wieder zurückgegeben werden. Da haben die Heuschrecken wohl auf das falsche Pferd gesetzt. Müssen wir nun Mitleid mit ihnen haben? Wohl kaum!

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